Hobbyfilmerin Mathilde Neuhaus bewahrt Schätze auf Zelluloid

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Mathilde Neuhaus mit ihrer Super 8-Kamera: Die 88-Jährige hat gemeinsam mit ihrem Mann viele sehenswerte Filme gedreht.

Herbern - Einen Schatz aus Zelluloid bewahrt die Herbernerin Mathilde Neuhaus in ihrem Schrank auf. Die 88-Jährige hat mit ihrem bereits verstorbenen Ehemann Hermann auch die Ascheberger, Herberner und Davensberger Vereinsgeschichte zwischen den 1970er und 1990er Jahren in Bild und Ton festgehalten.

„Ich habe noch alle Filme und Fotos. Wir waren damals viel mit unserer Film- und Tonkamera unterwegs, auch wenn es nur ein Hobby war“, sagte Mathilde Neuhaus. Die Bilder konnten zwar schon lange laufen, die Videokunst steckte aber noch in den Anfängen, als Hermann und Mathilde Neuhaus ihre Begeisterung für das Medium entdeckten. Doch die bewegten Bilder und der Ton machen ihre alten Videos zu Raritäten und wahren Schätzen.

Vor 46 Jahren schaffte sich das Ehepaar eine hochwertige Tonkamera an. Die Filme aus Zelluloid verbrauchten in drei Minuten 30 Meter Material und der Batterieverbrauch war immens, weiß die 88-Jährige noch wie heute.

Filme auf Zelluloid

Zu der Zeit gab es noch keine digitalen Datenträger, Filme wurden nur auf Zelluloid gedreht. Mit viel Herzblut und Liebe zum Detail drehte das Ehepaar Neuhaus bei Festen der Feuerwehr, Landjugend, Kolpingfamilie, Jakobibruderschaft, der Bürgerschützen und der KAB. In Bild und Ton festgehalten haben sie auch den Mütterkarneval, die Heimatprimiz von Günther Lube und die Renovierung der Kirchturmspitze sowie die ersten Weihnachtsbasare und vieles mehr.

Während Mathilde und Hermann früher oft zu Filmvorführungen im Pfarrheim oder im Altenheim eingeladen wurden, sind im Laufe der Jahre ihre Schätze in Vergessenheit geraten. Als die Landfrauen vor ein paar Wochen den Film vom Schweinerennen zeigten, erinnerte man sich wieder an die guten alten Zeiten und auch an die noch vorhandenen Schätze.

Schränke voll mit Filmen, Kameras und Objektiven

Eine Szene aus einem alten Filmen von Mathilde Neuhaus: Heinz Wigger und seine Mitstreiter bringen den restaurierten Wetterhahn wieder auf dem Kirchturm St. Benedikt an.

Mathilde Neuhaus erinnert sich gerne zurück, mit ihrem Ehemann Hermann war sie immer ein eingespieltes Team. „Wir haben nach dem Filmen die Videos zusammengeschnitten und vertont. Das war die Hauptarbeit und hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen“, erinnert sich die 88-Jährige. 

In all den Jahren ist viel Material zusammengekommen. Zwei Schränke voll mit Filmen, Kameras, Objektiven Projektoren und was noch dazugehört hat sie akribisch aufbewahrt. Auch Dias und Fotos hat sie in zahlreichen Alben und Magazinen gespeichert. „Was damit passiert, wenn ich nicht mehr bin, weiß ich nicht. Wahrscheinlich landet es im Müll“, so Neuhaus.

Lebendige Vergangenheit

Den Aufbau des neuen Altars in St. Benedikt hielten die Eheleute Neuhaus fest. Links im Bild ist Pfarrer Heinz Wigger.

Die rüstige Seniorin würde sich natürlich freuen, wenn das nicht passiert. Wenn Vereine nach Filmmaterial fragen, komme sie diesem Wunsch gerne nach. Auf vielen Filmen sind Herberner zu sehen, die mittlerweile verstorben sind. 

„Man müsste auf jeden Fall etwas Geld für das Digitalisieren der Filme in die Hand nehmen, das ist nicht gerade günstig“, weiß die Herbernerin. Dass sich diese Investition auf jeden Fall lohnt, zeigten bereits die Landfrauen mit ihrem Jubiläumsfilm. „Die Filme sind alt, aber gerade das macht sie so besonders. Das kommt nicht wieder und macht die Vergangenheit wieder lebendig“, so Mathilde Neuhaus.

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