In Herbern hat DHL die Paketzustellung auf Elektrofahrzeuge umgestellt

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Zusteller Thomas Steinkühler ist auf Herberns Straßen umweltfreundlich unterwegs, wenn er für die Deutsche Post Päckchen und Pakete ausliefert. Er ist mit dem Elektrofahrzeug unterwegs.

Herbern - Seit Oktober 2017 sind drei StreetScooter aus der Elektroflotte der Deutsche Post DHL Group in der Gemeinde Ascheberg unterwegs.

Im kompakten Laderaum des gelben Transporters stapeln sich Päckchen und Pakete. Die Box mit Briefen und kleineren Sendungen hat Thomas Steinkühler auf der Beifahrerseite griffbereit verstaut, wenn er gegen 9 Uhr zu seiner Auslieferungstour nach Herbern startet. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches, aber das Geräusch verdeutlicht den Unterschied: Hier kommt die Post beinahe lautlos und vor allem abgasfrei: mit dem Elektroauto.

Drei StreetScooter aus der Elektroflotte der Deutsche Post DHL Group sind seit Oktober 2017 am Zustellstützpunkt Ascheberg/Nordkirchen an der Nordwest-Straße im Einsatz, berichten Postsprecher Rainer Ernzer und Zusteller Thomas Steinkühler im Gespräch mit dem Westfälischen Anzeiger. 

80 Kilometer Reichweite 

Der StreetScooter „Work“ sei in der Größe mit dem bekannten VW-Bulli vergleichbar und verfüge mit 4,3 Kubikmetern Ladevolumen über eine Reichweite von etwa 80 Kilometern, berichten sie. Die Variante „Work L“ kommt mit 8 Kubikmetern für die Fracht daher. Die Fahrzeuge fahren fast vollständig schadstofffrei, leise und bis zu 80 Kilometer pro Stunde schnell. 

Die Automatik erspart im ausgeprägten Start-Stopp-Verkehr der Lieferanten das ständige Kuppeln und Schalten. Die E-Transporter sind besonders für die Zustellung auf dem Land und in mittleren Städten ausgelegt. Hier qualmt nichts mehr, „getankt“ wird mit Ökostrom. Die neue Generation Paketauto besticht zudem mit bedienungsfreundlicher Ausstattung, was die Arbeitsabläufe in der Zustellung erleichtert. 

Be- und Entladen um Stehen

Der Laderaum ist von drei Seiten zu öffnen und mit einem rutschfesten Boden ausgestattet, der ist wiederum so hoch, dass der Zusteller davor stehend be- und entladen kann. „Ein Arbeitsgerät eben“, sagt Ernzer und Steinkühler stimmt zu: und robust obendrein. Die vergleichsweise einfache Antriebstechnik um den Elektromotor unter der Haube mache den Scooter weniger reparaturanfällig als die Dieselmodelle, erklärt der Postsprecher. Um 60 bis 80 Prozent gingen in der E-Flotte die Kosten für Wartung und Verschleiß zurück. 

Die Aufladung und Wartung der drei StreetScooter am Zustellstützpunkt Ascheberg erfolgt an einer festen Ladestelle über Nacht. Sechs bis sieben Stunden dauert es, bis die Batterie voll ist. Bei Bedarf ist das Fahrzeug über Nacht auch vorgeheizt startklar. Sollte die Aufladung nicht funktionieren, sorgt die Software für eine Fehlermeldung. „Heute Morgen wurde ich beispielsweise darüber informiert, dass ein Fahrzeug nicht auflädt“, berichtet Thomas Steinkühler. Das Ladekabel steckte nicht richtig, das konnte noch behoben werden. Für den größten Notfall gibt’s Ersatz mit Verbrennungsmotor, aber auch ein Verteilen der Sendungen auf andere Touren kommt bei Ausfällen in Betracht. 

Lautloser Antrieb überrascht Passanten 

Flexibilität ist ohnehin gefragt. Das Paketaufkommen steige unregelmäßig, so Ernzer. Die Zustellmengen seien schwer zu kalkulieren. Das fordere die Mitarbeiter, die unter dem Einfluss der Verkehrslage Empfänger prompt bedienen müssten.

Aus Sicht von Thomas Steinkühler war die Umstellung aufs E-Auto in der Praxis problemlos. Die Reaktionen auf die umweltfreundliche Lieferung seien überwiegend positiv berichtet er von vielen interessierten Nachfragen. Nur an eines scheinen sich Zusteller wie Passanten noch nicht so richtig gewöhnt zu haben: Die E-Autos sind so leise, dass sie von Fußgängern oft gar nicht wahrgenommen werden. Da habe er schon den ein oder anderen ungewollt erschreckt, grinst Steinkühler. „Man hört die Fahrzeuge einfach nicht mehr“.

Wie werden Elektrofahrzeuge wie die StreetScooter der DHL eigentlich repariert?

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