Herbern bekommt dritte Kita

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Laut Verwaltung könnte eine neue Kita in früheren Profilschul-Räumen eingerichtet werden. Möglich wäre demnach auch ein Neubau auf dem gemeindeeigenen Grundstück „Auf den Äckern“ (Bild), das an einen Investor verkauft werden könnte. Dritte Idee: an gleicher Stelle zunächst eine Kita in Modulbauweise errichten und dann an einen Träger vermieten oder verkaufen.

Herbern - Wiederholungstaste gedrückt? Wie 2016 für den Ortsteil Ascheberg muss 2017 auch in Herbern eine neue Kindertageseinrichtung mit drei Gruppen her. Der Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschusses soll am Dienstag, 31. Januar (18 Uhr; Bürgerforum), den Beschluss dazu fassen.

33 Kinder – 18 unter drei und 15 über drei Jahre alt – müssen laut Bedarfsplan im Kindergartenjahr 2017/18 in Herbern zusätzlich mit einem Kita-Platz ausgestattet werden. Plätze, die in den vorhandenen Einrichtungen St. Hildegardis und St. Benedikt in Trägerschaft der Pfarrei St. Lambertus nicht mehr vorhanden sind. Beide sind mit jeweils fünf Gruppen ausgelastet. Jetzt müsse „schnellstmöglich“ ein Lösung gefunden werden, heißt es.

Bei der steigenden Nachfrage nach Kita-Plätzen steht die Gemeinde Ascheberg im Kreis Coesfeld nicht alleine da, verweist Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus auf ähnliche Planungen in den anderen Kreiskommunen. Leicht steigende Kinderzahlen, Wanderungsgewinne und die relative Vollbeschäftigung im Kreis erhöhten bei den jungen Eltern die Nachfrage nach Kinderbetreuung, auch und besonders für die Jüngsten.

Den Mehrbedarf belegen die Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2017/18. Den Familien einen Kita-Platz zur Verfügung zu stellen, sei eine Aufgabe, die in Herbern „eine große Rolle spielen wird“, hatte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus bereits in der Jahresversammlung der Gemeinde gesagt.

Eine Option: Nutzung der Profilschul-Räume

Die zu Jahresbeginn neu eröffnete Gruppe der Kita St. Benedikt im Pfarrheim ist von den neuen Planungen unberührt und zeitlich befristet. Ihre Fortsetzung hängt von der Nachfrage und der Entscheidung des Trägers ab. Die Verwaltung macht in einer Beschlussvorlage für die Ausschusssitzung Vorschläge, wie und wo die neue Kita in Herbern eingerichtet werden könnte. Eine Option ist demnach die Nutzung vorhandener Räume in der Profilschule Herbern.

Dazu werden in der Sitzung unterschiedliche Raumkonzepte und zeitliche Verfügbarkeiten dargestellt. Als Alternative I wird für einen Kita-Neubau ein 2 100 Quadratmeter großes gemeindeeigenes Grundstück „Auf den Äckern“ (neben dem Spielplatz) meistbietend zum Verkauf angeboten. Ein Exposé liegt vor. Der Investor übernähme bei Kauf des Grundstücks die Verpflichtung, eine Drei-Gruppen-Kita zu bauen und mit dem zukünftigen Träger einen Mietvertrag über 20 Jahre abzuschließen.

Weitere Alternative: Kita in Modulbauweise

Die Alternative II sieht ebendort die Errichtung einer Kita in Modulbauweise vor. Sie könnte zunächst als Miet- oder Kaufobjekt errichtet und bei dauerhaften Bedarf später durch ein festes Gebäude ersetzt werden. Dazu werden gerade Angebote eingeholt, die in der Sitzung vorgestellt werden sollen. Der Grundstückserlös würde als Ertrag in den Haushalt einfließen.

Parallel zur Schaffung von Räumlichkeiten muss in einem Auswahlverfahren ein Träger für die neue Einrichtung gefunden werden. Die Verwaltung schlägt dazu vor, die katholische Kirchengemeinde St. Lambertus, den DRK-Kreisverband Coesfeld, die Arbeiterwohlfahrt Münsterland-Recklinghausen, den evangelischen Kirchenkreis Hamm und die Jugendhilfe Werne anzuschreiben.

Potenzielle Träger können Konzepte einreichen

Bei Interesse können die potenziellen Träger ihre pädagogischen Konzepte einreichen. Über das Kreisjugendamt erhält der Träger die Kind- und Mietpauschalen, deren Höhe von der Art der Trägerschaft abhängig ist. Beim Eigenanteil des Trägers ist aber immer auch die Gemeinde gefragt. Die Einrichtungskosten (Mobiliar, Küche, Außengelände) werden nicht von den Kind- und Mietpauschalen abgedeckt, sondern sind vom Träger (oder der Gemeinde) zu tragen. Bei einer Drei-Gruppe-Kita dürfte von geschätzten 160 000 Euro für das Haushaltsjahr 2018 ausgegangen werden.

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