Trompeten, Saxofone, Gitarren und Stimmen

Großes Nachbarschaftskonzert: Herbern spielt „Freude schöner Götterfunken“ 

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Mit Jonas und David Angelkort (von links) sorgte Bernhard Eckmann mit Gesang und Mama Jutta mit der Blockflöte auf der Südstraße für ein Wohnzimmerkonzert der Extraklasse. Mit dabei war auch Petra Eckmann auf dem Klavier.

Herbern – Zu Hause bleiben ist in der Coronakrise das Gebot der Stunde. Das bedeutet viel Einsamkeit und wenig Kontakt zur Kultur. Eine deutschlandweite Aktion änderte diesen Zustand für ein paar Minuten: Auf vielen Balkonen und vor den Haustüren erschallte am Sonntagabend um Punkt 18 Uhr Beethovens „Freude schöner Götterfunken“.

Jonas Angelkort von der Blaskapelle Schwartländer hatte die Musiker in Herbern auf die Aktion aufmerksam gemacht. Da der Dorffunk bekanntlich auch krisenfest ist, war die Nachricht innerhalb von ein paar Stunden bekannt und jeder der mitmachen wollte sorgte mit seinem Musikinstrument für ein Soli, das aber dann doch als kleines Platzkonzert gewertet werden konnte.

Das Lied „Freude schöner Götterfunken“ ist auch als „Ode an die Freude“ bekannt und wohl eines der bekanntesten klassischen Musikstücke der Welt. Die Musik stammt aus der 9. Symphonie des weltberühmten Komponisten Ludwig van Beethoven und dient als Hymne der Europäischen Union.

Ode an die Freude - Halt gebendes Balkonkonzert 

Neben den Musikern der Blaskapelle Schwartländer folgten auch Spielleute des Spielmannszuges der Kolpingsfamilie Herbern, der amtierende Bürgerschützenkönig Tim Röwekamp sowie Familien mit ihren Kindern dem Aufruf. Überall ertönte am Abend zeitgleich das berühmte Lied. Manche sangen, manche spielten Trompete, Blockflöte, Klavier, E-Gitarre oder Saxofon. Die Nachbarn öffneten ihre Fenster und spendeten Beifall. Zudem wurden Fotos und kleine Videos aufgenommen. 

„Eine tolle Aktion“, sagte Edgar Hammel der gemeinsam mit seiner Frau Angelika der Musik von Familie Angelkort auf dem heimischen Balkon lauschte. Diese gaben nach Zurufen sogar noch eine Zugabe. In Zeiten wie diesen zeigt man sich solidarisch und es sind die kleinen Dinge des Lebens, die wieder mehr Bedeutung gewinnen. Auch Jonas Angelkort hat anschließend nur positive Rückmeldungen bekommen, wie er betont. Ob es eine Wiederholung gibt will der Herberner nicht ausschließen. „Ich hab es ja in dem Falle nicht organisiert, sondern nur drauf aufmerksam gemacht, es war ja eine bundesweite Aktion. Aber warum nicht. Ich denke, wir in Herbern und die Blaskapelle Schwartländer sind für solche Dinge immer offen: Man kann mit wenig Aufwand viel erreichen.“

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