Gericht: Folter am Kanal war versuchter Totschlag

Münster/Ascheberg - Im Prozess um den versuchten Mord an einem heute 20 Jahre alten Münsteraner kam das Landgericht Münster am Dienstag zu einem milderen Urteil, als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Wie berichtet, musste sich ein Trio junger Leute in dem Aufsehen erregenden Verfahren dafür verantworten, sein Opfer im Mai an den Kanal in Lüdinghausen verschleppt und in Tötungsabsicht brutal misshandelt zu haben. Eine 17-Jährige aus Ascheberg hatte den beiden Mittätern vorgegaukelt, von dem Opfer vergewaltigt worden zu sein und den 18-jährigen Nordkirchener und einen 19-Jährigen aus Lünen so zu der vorgeblichen Bestrafung des jungen Mannes aus Münster überredet. Die Staatsanwaltschaft wertete das als Mordversuch.

Die Richter kamen aber zu einem anderen Urteil. Die Kammer sah die Mordmerkmale Heimtücke, Vertuschung sowie niedere Beweggründe nicht erfüllt. Sie sprach die drei jungen Leute des versuchten Totschlags schuldig und verhängte Jugendhaftstrafen.

Aschebergerin erhält sechs Jahre Jugendhaft

Die 17-jährige Aschebergerin erhielt sechs Jahre Jugendhaftstrafe; der Staatsanwalt hatte sieben Jahre und sechs Monate gefordert. Der 18-jährige Nordkirchener wurde zu fünf Jahren und drei Monaten verurteilt, gefordert waren sechs Jahre. Der 19-Jährige aus Lünen muss vier Jahren und neun Monaten statt der geforderten fünf Jahre ins Jugendgefängnis.

Lesen Sie auch:

Prozess um Mordversuch: Staatsanwalt fordert mehr als sieben Jahre Haft

Prozess um Mordversuch: Gutachter können sich Folterorgie nicht erklären

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare