Ascheberger Profilschüler bauen Fertighäuser für hungrige Raupenfresser

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Die Übergabe der Nistkästen mit Schulleiter Jens Dunkel und Bürgermeister Dr. Bert Risthaus (v.r.).

Ascheberg - Ein Kraut scheint gegen den Eichenprozessionsspinner nicht gewachsen. Aber Meisen, die haben den Plagegeist zum Fressen gern. Das bringt die Profilschule ins Spiel:

Im Werkunterricht haben die sechsten Klassen der Profilschule in den vergangenen Wochen und Monaten einen Auftrag der Gemeinde erledigt. Da wurde gemessen, gebohrt, geschraubt und montiert, damit vor Beginn der Brutsaison Nistkästen aufgehängt werden können. Familie Meise soll dort einziehen und zu den Mahlzeiten möglichst Raupen des giftigen Spinners auftischen. Am Dienstag nahm Bürgermeister Dr. Berrt Risthaus den ersten Schwung Fertighäuser entgegen.

Im Auftrag der Gemeinde hergestellt

Zur Nisthilfe Marke Eigenbau kauft die Gemeinde noch weitere 100, damit sie an der Eichen in Ascheberg möglichst vielen Meisenpaaren als Kinderstuben dienen. Als Gegenleistung für die mietfreien Unterkünfte hoffen nun Kinder wie Erwachsene, dass die Meisen-Eltern möglichst viele Eichenprozessionsspinner (EPS) an ihren Nachwuchs verfüttern. Die Raupen mit den giftigen Brennhaaren, die häufig allergische Hautreaktionen auslösen, hatten sich bekanntlich in den vergangenen trockenen und heißen Sommern enorm vermehrt. An Schulen, Kitas und sonstigen öffentlichen Gebäuden, aber auch in privaten Gärten mussten sie oftmals aufwendig entfernt werden. 

Gemeinnützige Firma übernimmt Pflege

Meisen aber fressen die jungen Raupen. Im Vergleich zu den oftmals kostenintensiven chemischen und mechanischen Bekämpfungsarten schneiden die gefiederten Fressfeinde als natürliche Abwehrmaßnahme gut ab. Die Niederländer haben damit gute Erfahrungen gemacht. Bürgermeister Dr. Bert Risthaus bedankte sich für den tüchtigen Technik-Einsatz der Jungen und Mädchen und gab die Meisenkästen direkt an die Mitarbeiter der INTZeit, einem Tochterunternehmen des Sozialwerks St. Georg, weiter. Das Team sorgt nun dafür, dass die Kästen aufgehängt und nach der Brutsaison auch wieder gereinigt werden. 365 Eichen sind allein im neuen Baumkataster für den Ortsteil Ascheberg erfasst, in Davensberg 150 und in Herbern wird gerade noch gezählt.

Erste Erfahrungen im Handwerk

Neben dem Einsatz für den Umweltschutz haben die Kinder so manchen Lerneffekt im Umgang mit Werkzeug und Material erzielt. In anderen Technikkursen der sechsten Klassen und im fortgeschrittenen Kurs des siebten Jahrgangs werden weitere Kästen produziert, erklärte Pressesprecherin Simone Böhnisch. Tischlermeister Robert Beckmann wies auf die guten Ausbildungschancen des Handwerks vor Ort hin. „Schön, dass ihr mitgemacht habt, wir brauchen Nachwuchs.“

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