Rampe für den Bahnhof Capelle

Josef Klaas und Dietmar Bergmann auf der Treppe, die zu den beiden Bahnsteigen führt. Dank des Förderbescheides für die Planungskosten ist eine Alternative in Sicht.
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Josef Klaas und Dietmar Bergmann auf der Treppe, die zu den beiden Bahnsteigen führt. Dank des Förderbescheides für die Planungskosten ist eine Alternative in Sicht.

CAPELLE  Die Weichen für einen barrierefreien Zugang am Bahnhof Capelle sind gestellt. Eine Rampe mit maximaler Steigung von sechs Prozent soll den Treppenübergang zu den Bahnsteigen ersetzen, der für viele Bahnpassagiere wohl eher eine Zugangsverhinderung darstellt. Alternativ dazu wird eine Aufzuglösung geprüft. Die Gesamtkosten für einen neuen Aufgang liegen bei rund 500 000 Euro.

Immerhin: Mit Förderbescheid für rund 80 Prozent der Planungskosten in der Tasche (41 000 von insgesamt 51 000 Euro), hatten Bürgermeister Dietmar Bergmann und Bauamtsleiter Josef Klaas gut lachen. Am 6. Februar berät der Bauausschuss über die Auftragsvergabe, dann könne die etwa sechsmonatige Planungsphase beginnen, sagte Bergmann.

3 000 Unterschriften, gesammelt von der Gruppe Nordkirchen und von Unterstützern wie Dirk Reinermann – der Rollstuhlfahrer trug allein 200 Unterschriften zusammen – hatten Bürgermeister und Bauamtsleiter im Sommer 2013 zu einem neuerlichen Vorstoß veranlasst. Nicht zuletzt deshalb, weil ein zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke Dortmund-Münster noch viele Jahre dauern werde.

In Gesprächen mit dem Zweckverband Schiene, der DB Netz und dem Verkehrsministerium kam man auch mit Blick auf die Unterschriftenliste schließlich auf einen Nenner. Denn gleichgültig, ob man mit Gepäck, Kinderwagen, Fahrrad, Rollator oder Rollstuhl in den Zug ein- oder aussteigen möchte, die Brücke mit ihren 23 Stufen nach oben und 39 Stufen nach unten ist für viele ein schier unüberwindliches Hindernis. Manche Capeller nehmen sogar den Bürgerbus zum Werner Bahnhof, berichtete Josef Klaas von den Erfahrungen der Bürgerbusfahrer. Und die Touristen, so ergänzte der Bürgermeister, steigen gar nicht erst aus.

Eine Projektbeschreibung der DB Netz ging schnell ein, schilderte Bergmann die weitere Entwicklung. Die Möglichkeit einer höhengleichen Schrankenlösung wurde von den Verkehrsexperten allerdings verworfen. Zu gefährlich, wenn die geschlossene Schranke fahrlässig umgangen würde, lautete hier die Einschätzung.

Favorisiert wird der Bau einer Rampe. Ob sie links oder rechts vom heutigen Zugang aus gebaut wird, muss noch geklärt werden. Auf jeden Fall wird der Aufgang wegen der flachen Steigung recht lang und im Bogen nach unten geführt.

Der Bau von zwei Aufzügen oben und unten werde wegen technischer Anfälligkeiten, hoher Wartungskosten und möglicher Schäden durch Vandalismus als weniger vorteilhaft eingeschätzt, meinte Josef Klaas.

Dass es nach den Fördermitteln für die Planungskosten auch mit den Zuschüssen für die Ausführung der Rampe klappen wird, darf man in der Gemeinde nun hoffen. Die Förderung sei möglich, habe das Verkehrsministerium signalisiert, berichtete der Bürgermeister. Die anteiligen Kosten, die die Gemeinde tragen muss, werden komplett im Haushalt 2014 verankert. Der Baubeginn wird für Frühling oder Sommer 2015 erwartet.

Für die Pendler, die ihr Fahrzeug vor dem Umstieg in den Zug am Bahnhof Capelle abstellen, gibt es aber schon jetzt eine gute Nachricht: Aktuell entstehen hier sechs weitere Parkbuchten, die den Park- und Ridern die Suche nach einem Parkplatz erleichtern sollen. - gh

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