Freifunk für den Herberner Ortskern

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Auf dem Kirchplatz empfangen Herberner nun das freie WLAN „freifunk“, das Philipp Horn vor allem für Asylbewerber eingerichtet hat.

HERBERN - Herbern verfügt ab sofort über zwei Freifunk-Knotenpunkte. Auf dem Benediktus-Kirchplatz und an der Ampelkreuzung Bernhardstraße/Rankenstraße kann man mit dem Smartphone das freie WLAN mit der SSID (Netzwerkname) „munester.freifunk.net“ empfangen. Am 20. Mai wird die SSID einheitlich in „freifunk“ unbenannt.

Initiiert hat den freien Zugang zum Internet an den beiden Knotenpunkten der Wirtschaftsinformatiker Philipp Horn aus Herbern. Er und seine Schwester Gabriela Zucknick an der Rankenstraße stellen dafür Kapazitäten ihrer DSL-Anschlüsse zur Verfügung.

Mit dem Angebot frei zugänglicher Internetzugänge hat Philipp Horn besonders die im Ort lebenden Asylbewerber im Blick. Denn an den Freifunk-Knotenpunkten können sie einfach und kostenlos per Smartphone Kontakt zur Heimat aufnehmen oder Informationen aus dem Internet abrufen. Ferner ist geplant, das Flüchtlingsheim an der Rankenstraße direkt zu verbinden, um auch mit dem Computer online gehen zu können.

Wie berichtet, hat Philipp Horn als Orientierungshilfe für Flüchtlinge bereits die Internetplattform www.Buergerhilfe-Ascheberg.de initiiert und hierbei von Roswitha Reckers unterstützt, die sich seit langem in der Flüchtlingsarbeit engagiert.

Die beiden neuen Herberner Freifunk-Knoten sind an die Freifunkserver der FFMS angebunden. In der Übersichtskarte der Freifunk Community Münster (FFMS) sind sie bereits eingetragen. Die Idee des Freifunks – in größeren Städten gibt es solche Freifunk-Communities schon vermehrt – beruht auf dem „Prinzip teilen“. Voraussetzungen sind ein DSL-Anschluss, ein Freifunk tauglicher Router und die Bereitschaft des Anschluss-Inhabers, von der vorhandenen Geschwindigkeit einen Teil freizugeben, erläutert Philipp Horn.

Das geht so: Vom DSL-Anschluss mit (üblicherweise) 16 000 Kilobit/Sekunde gibt man an den Freifunk-Router zum Beispiel 2 000 Kilobit/Sekunde für den Freifunk ab. Von Router zu Router, Fensterbrett zu Fensterbrett und von Dach zu Dach entsteht so aus vielen kleinen Funkverbindungen ein großes, dezentrales Netzwerk, in dem die Daten von Knoten zu Knoten weiter geleitet werden. Auch das Aufstellen von Freifunk-Routern ohne vorhandenen Internetanschluss ist sinnvoll, weil so Lücken in einer Wegstrecke überbrückt werden können.

Knackpunkt Haftung: Wer Internetkapazitäten über solche Freifunk-Router an den Freifunk abgibt, muss übrigens nicht fürchten, für potenzielle Verstöße von Dritten zur Verantwortung gezogen zu werden und muss im Falle einer Abmahnung auch nicht die Störerhaftung (150 Euro) übernehmen, versichert der Wirtschaftsinformatiker.

Denn die Daten werden über einen Internet-Tunnel über die Server der Freifunk-Community umgeleitet, die somit rechtlich verantwortlich ist, weil die Daten über die IP-Adresse der Freifunk-Server in das Internet übertragen werden.

Je mehr Knotenpunkte, desto schneller und stabiler das Freifunk-Netz, ergänzt Horn und hofft auf weitere Teilnehmer in Herbern. Die Kosten für die Hardware – ein Router kostetet etwa 19 Euro – würde der Wirtschaftsinformatiker übernehmen und auch für die Software zur Internetverbindung sorgen, signalisiert er seine Bereitschaft zu Sachspenden.

Weitere Infos unter www.freifunk-ascheberg.de, www.freifunk-karte.de. - gh

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