Fracking-Gegner der Region feiern in Mersch Gottesdienst

Der Gottesdienst fand zum Schutz vor Regen unter der Remise des Biohofs statt.

HERBERN - Dicht gedrängt sitzen die Menschen und feiern in einer Remise auf dem Biohof Angenendt in Mersch mit Pfarrer Matthias Hembrock und Pfarrer i.R. Wilfried Voß ökumenischen Gottesdienst. Sie alle eint die Ablehnung von Fracking.

Rund 100 Frauen und Männer sind es, die der Einladung der Fracking-Gegner zum Gottesdienst gefolgt waren. Am Samstag war der erste bundesweite Anti-Fracking-Tag – und da wollten die Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser (BIST) Herbern, deren Geschäftsführer Wilfried Voß auch ist, sowie die Bürgerinitiativen gegen Gasbohren (BIGG) aus Drensteinfurt (Vorsitzender Stefan Henrichs) und Werne (Christian Krumkamp) nicht untätig bleiben.

Gastgeber Waltraud und Heinrich Angenendt hatten sich vom Regenwetter nicht abschrecken lassen. Sie brachten Bänke und Altar, die eigentlich im Freien stehen sollten, kurzerhand in die Remise, so dass alle Gottesdienst-Teilnehmer im Trockenen sitzen konnten. Auch der Ortsverband der Grünen aus Drensteinfurt beteiligte sich an der Aktion.

Mit einer Fahrrad-Sternfahrt begann der Tag, an dem sich alles um das Thema Gasbohren drehte. Auf riesigen Plakaten waren Slogans wie „Stoppt das Gasbohren“, „Fracking vergiftet das Wasser“ und „Fracking vergiftet Lebensmittel“ zu lesen.

20 solcher Plakate hat Aktivistin Marie-Luise Voß gefertigt; diese mahnen jetzt in Herbern, Werne, Hamm und Drensteinfurt vor den befürchteten Gefahren des Gasbohrens etwa durch Verseuchung des Trinkwassers. „Das ist mein Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen“, erklärte Marie-Luise Voß.

Die beiden Geistlichen brachten in ihren Ansprachen auch die Stellung der Kirchen zum Ausdruck. „Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, eine risikoarme Energiegewinnung zu unterstützen“, sagte Voß. Das Prinzip christlicher Ethik sei, auf Technik zu verzichten, deren Folgen unabsehbar sind. Fracking berge ein großes Gefahrenpotenzial, vor allem für das Wasser. „Grundwasser ist ein von Gott geschenktes Gut und die Basis für unser Trinkwasser“, betonte Voß. Weiter mahnte er: „Der Mensch darf nicht das Letzte aus der Natur herausholen, wir müssen auch an unsere nachfolgenden Generationen denken.“

„Ich freue mich, dass wir wahrgenommen werden“, bemerkte Waltraud Angenendt. Ihr Anliegen ist es ebenfalls, über Fracking zu informieren und klar zu machen, dass sie die Risiken als zu groß erachtet. Mit selbst gebackenem Kuchen gestärkt, konnten die Anwesenden noch an einer Führung über den Biohof teilnehmen und sich im Kreise Gleichgesinnter austauschen. - mew

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