Festschrift erinnert an 100 Jahre Schützenverein Horn

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Dei der Abnahme der Parade 1951: (oben v.l.) Else Wiebusch, Willi Reckers, Thea Piepenkötter, Franz Hönekop, Maria Sträter, Heinrich Heitbaum, unbekannt, unbekannt, Maria Hönekop, Josef Wesselmann, hinten Hans Mors, unbekannt, Bernhard Funnegut, unbekannt.

Herbern - 100 Jahre Schützenverein Horn: Im Jubiläumsjahr 2019 blicken die Schützen auf eine beeindruckende Vereinsgeschichte und auf zahlreiche Anekdoten zurück. Der Vorsitzende Heinrich Roters und Journalist Theo Heitbaum haben die Chronik aus Anlass des bevorstehenden Jubiläums auf den neuesten Stand gebracht.

Herausgekommen ist ein 114 Seiten starkes Buch, das die Vereinsgeschichte lebendig werden lässt. Sie pflegen Traditionen und Freundschaften, können aber auch Überholtes fallen lassen und neue Ideen umsetzen: Mit dieser Einstellung haben es die Horner Schützen geschafft, dass der Verein auch 100 Jahre nach seiner Gründung noch eine feste Größe ist. Mit mehr als 190 Mitgliedern kann sich die Vereinsgröße in der Bauernschaft Horn sehen lassen. 

Vereinsgründung am 14. September 1919

Ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkrieges, am 14. September 1919 wurde der Schützenverein Horn gegründet. 60 Mitglieder sorgten mit drei Mark Beitrag für einen anfänglichen Kassenbestand von 180 Goldmark. Bei der ersten Mitgliederversammlung wurde Caspar Heimann zum ersten Vorsitzenden, Theodor Kortsteger zu seinem Stellvertreter, Bernhard Heitbaum zum Kassierer und Josef Heimann zum Schriftführer gewählt. Nach dem ersten Schützenfest blieb kein Pfennig übrig, denn schon alleine die Fahne, die die Schützen bis heute begleitet, schlug mit 800 Mark zu Buche. Freiwillige Gaben und der Jahresbeitrag von 88 Mitgliedern verhinderten im Premierenjahr rote Zahlen. Weiterhin feierte man gerne, die Hauptfeier fand in den Anfangsjahren immer an einem Montag statt.

Irene Krampe und Bernhard Schlierkamp waren das erste Kinderschützenpaar in Horn.

Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre des Zweiten Weltkriegs werden die Aufzeichnungen in den Unterlagen immer dürftiger. Gleich beim ersten Fest nach der Machtergreifung durch Hitler verzichtet Ludwig Cohn auf die Königswürde und die Holzreste werden wieder nach oben befördert. Cohn ist Jude und hätte ebenso wie der Verein mit vielen Repressalien rechnen müssen. Der Verein verliert in dieser Zeit seine eigene Identität, wie sie 1919 in den Statuten formuliert worden war. Elf Jahre Zwangspause im Zweiten Weltkrieg Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg legten die Horner Schützen eine elfjährige Zwangspause ein. Als am 2. April 1950 dann ins Lokal Hönnemann eingeladen wird, sind sich die Versammlungsmitglieder einig, weiterzumachen.

Franz Hönekop erster König nach dem Krieg

Beim ersten Nachkriegsschützenfest, bei dem Josef Schulze Finkenbrink die Schützen als erster Vorsitzender anführt, regnet es ohne Pause. Franz Hönekop sichert sich in diesem Jahr die Königswürde. Von Traditionen getragen markiert das Fest in den 1969er Jahren den Aufbruch in eine neue Ära. Die Schützenfeste werden im Wechsel mit einem Sommerfest alle zwei Jahre gefeiert. Zu dem Hauptkönig wird auch der kleine König, der sogenannte Flaschenkönig ausgeschossen. Ebenfalls wird ein Biwak in den Terminkalender mit aufgenommen und seit den 1978er Jahren feiert der Nachwuchs der Horner Schützen Kinderschützenfest. Bernhard Schlierkamp machte damals den Anfang, zu seiner Kinderschützenkönigin nahm er Irene Krampe. 

Enge Verbundenheit mit der Familie Hammwöhner

Während die Schützenmesse immer in der Kapelle vom Schloss Westerwinkel stattfindet und der König am Graf von Merfeldt Schützenplatz ausgeschossen wird, ist und war der Schützenverein mit der Familie Hammwöhner eng verbunden. Die Feste wurden über vier Jahrzehnte in der Scheune der damaligen Gaststätte „Zum letzten Wolf“ gefeiert. Heinrich Roters ist froh, dass die Festschrift jetzt endlich fertig ist. Unzählige Stunden wurde daran gearbeitet. Während der Vorsitzende das Bildmaterial aus seinem Archiv lieferte, füllte Heitbaum die Jubiläumsschrift mit Daten, Fakten und Erinnerungen. 

Viel Zeit hat das Versehen der Bilder mit den jeweiligen Namen in Anspruch genommen. Daran haben sich viele Vereinsmitglieder, aber auch andere Vereine, tatkräftig beteiligt. Besonders stolz sind Roters und Heitbaum auf ihre König-Galerie, die bis auf vier Könige vor dem Krieg vollzählig ist. Insgesamt gab es in den 100 Jahren Vereinsgeschichte 90 Könige (große, kleine und Kinderschützenkönige). 

Familiäre Verbundenheit zum Schützenverein

Dass sich Theo Heitbaum als Nichtschütze für die Festschrift so ins Zeug gelegt hat, war für ihn Ehrensache, denn sein Vater Heinrich wie auch sein Schwiegervater Anton Fleige, beide bereits verstorben, waren aktive Horner Schützenbrüder. Heitbaums Vater hatte seinerzeit schon mit dem Sammeln der Königsbilder angefangen. Dieses Werk hat der gebürtige Horner jetzt komplettiert. Die Festschrift wird kostenlos an Mitglieder und Sponsoren verteilt. Restexemplare sind für zehn Euro bei Heinrich Roters, Tel. 0 25 99/74 02 77, erhältlich. 

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