Ex-Ministerpräsident Clement startet symbolisch die Probebohrung in Nordick

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Wolfgang Clement (re.) und Andreas Toenies setzten gemeinsam das Bohrgerät in Gang.

Herbern - „Die Tests sind eine Selbstverständlichkeit“, kommentierte Wolfgang Clement, Aufsichtsratsvorsitzender von Daldrup & Söhne, und betätigte symbolisch den Hebel zum Bohrbeginn in Nordick. Der frühere Ministerpräsident von NRW und Bundesminister war im Schaltstand dabei, als sich das Bohrgerät ins Bohrloch senkte.

Gerade von einer Südkoreareise zurück, legte Clement ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Nordrhein-Westfalen ab und befürwortete die Probebohrung ohne Wenn und Aber. „Wir müssen mit dem umgehen, was wir geschaffen haben, ordnete er das Vorhaben in den geschichtlichen Hintergrund des Bergbaus ein. Denn das Flözgas resultiere aus dem Kohleabbau. 

Wenn man das Methangas unkontrolliert entweichen lasse, sei das belastender für die Atmosphäre als CO2, betonte er. Und mit oder ohne Flözgasgewinnung, das schädliche Methan diffundiere auf jeden Fall, bestätigten Unternehmenschef Josef Daldrup, Peter Maasewerd und Andreas Tönies von dem Ascheberger Bohrtechnik-Spezialisten, der die Probebohrung durchführt. 

Deutschland gehöre in Europa zu den wirtschaftlich Stärksten, weil es sich einen industriellen Sockel bewahrt und sich nicht nur auf den Dienstleistungssektor verlassen habe, sagt Clement. 

Er habe von den Protesten gegen die Aufsuchungsbohrung gehört. Angst beruhe aber zumeist auf mangelnden Kenntnissen und sei in diesem Fall nicht verständlich, so der frühere Politiker. Bei der Probebohrung in Nordick handele es sich um eine vergleichsweise sanfte Maßnahme, einen „Nadelstich“, meinte er. 

Gleichwohl müsse sich Wirtschaft an Regeln halten. Gesprächsbereitschaft sei auf beiden Seiten erforderlich. Jeder Schritt der Probebohrung könne beobachtet werden und sei sicher und koordiniert. Hohlräume entstünden durch die Gewinnung des Flözgases nicht, erklärte Andreas Tönies. Zum Schutz des Grundwassers werde die Probebohrung bis in die relevante Tiefe von 80 Meter Tiefe absolut dicht gehalten. 

Der ehemalige Ministerpräsident warnte vor zu viel Regulierung und Bürokratie, die der Wirtschaft zu viele Grenzen setze. Die Politik müsse da ihren Weg gehen und entscheiden, Indifferenz sei nicht akzeptabel. Geothermie und das vorhandene Gas seien die besten erneuerbaren Energien, Wind und Sonne seien da nicht vergleichbar.

Man halte Gesetze und Vorschriften ein, versicherte Peter Maasewerd und Ralf Presse, Sprecher von HammGas. übereinstimmend. Nach der etwa vier Wochen andauernden Bohrung in Nordick folge die Auswertung. Eine zweite Aufsuchungsbohrung ist wie berichtet im Lohauserholz in Hamm geplant. Etwa in einem Jahr werde diese beendet sein, prognostizierte Presse. 

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