Trockenheit hatte auch ihr Gutes:

Entschlammungskur für den Marienteich

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Der Marienteich am Schloss Westerwinkel in Herbern bekam eine dreitägige Entschlammungskur verpasst.

Herbern – Nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Teil der Gräfte am Schloss Westerwinkel erstmals entschlammt wurde, ist jetzt der Marienteich an der Marienstatue an der Reihe. Die Trockenheit und die damit verbundene niedrige Wasserhöhe spielte hier in die Karten.

„Normalerweise müsste man für eine Entschlammung das gesamte Wasser abpumpen“, sagt der Rentmeister der Merveldtschen Verwaltung, Stefan Grünert. Dieses Prozedere konnte man sich aufgrund des heißen Sommers sparen. Im Juli hatte das Gewässer nur noch einen „Wasserstand“ von etwa 30 Zentimetern. Es musste gehandelt werden, denn bis auf wenige Fische waren bereits viele verendet, erzählt Grünert. Somit nutzte man die Gelegenheit der Entschlammung, um den Teich für die kommenden Sommer so aufzustellen, dass dieser für die extremen Sommer gewappnet ist.

Aufgrund der extremen Temperaturen im Sommer können Teiche umkippen. Das Wasser erhitzt sich dabei so stark, dass zunehmend Schlamm gebildet wird. Weil zu wenig Sauerstoff vorhanden ist, sterben dann die Tiere im Gewässer. „Seit 50 Jahren wurde der Marienteich nicht entschlammt“, so der Rentmeister. Durch diese Maßnahme erhofft man sich, dass der Teich wieder mehr Wasser speichern kann. Dass es funktioniert, sieht man am angrenzenden Schlossteich. Hier wurde die Maßnahme im vergangenen Jahr erfolgreich durchgeführt.

Insgesamt wurden aus dem rund 1500 Quadratmeter großen Marienteich an drei Tagen rund 2000 Kubikmeter Schlamm entfernt. „Somit können wir das Gewässer wieder in einen guten ökologischen Zustand bringen. Die Maßnahme wird der Merveldt‘schen Verwaltung mit einem fünfstelligen Euro-Betrag zu Buche schlagen“, stellt Grünert fest.

Info: Die Gräfte des Schlosses Westerwinkel

Gräfte ist die westfälische Bezeichnung für einen Wassergraben, der ursprünglich einen Adelssitz zu Verteidigungszwecken umgab. In späteren Zeiten konnten Gräfte Bestandteil der Gartengestaltung im Umfeld von Wasserschlössern sein. Das Schloss Westerwinkel wurde inmitten eines englischen Gartens errichtet. Es handelt sich hierbei um einen Komplex von Wassergräben, deren Ursprung im frühen Barockstil zu suchen sind und dessen Prinzipien den Wassergräben der Burg des Mittelalters entsprechen. Die Wassergräben wurden jedoch nicht zu Verteidigungszwecken ausgehoben, denn dieses System der Verteidigung war damals schon veraltet, sondern mit einer architektonischen Zielsetzung, die für den barocken Stil repräsentativ ist.

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