Entensterben am Schloss Westerwinkel – in Gräften wird Gift freigesetzt 

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Wegen der anhaltend hohen Temperaturen und des ausbleibenden Regens ist der Sauerstoffgehalt in den Gräften von Schloss Westerwinkel deutlich minimiert.

Herbern - Niedrigwasser, hohe Temperaturen, Sauerstoffmangel: Der Wasserzustand der Gräften um Schloss Westerwinkel hat sich noch einmal deutlich verschlechtert. Ein Entensterben, verursacht durch Botulismus, ist die Folge. Rund 20 Tiere seien bereits verendet. 

Das bestätigte am Donnerstag Stefan Grünert, Rendant der Graf von Merveldt´schen Verwaltung.

Bei minimalem Sauerstoffgehalt im Wasser und hohen Temperaturen werde das von Bakterien produzierte, hochgiftige Nervengift Botulin freigesetzt. Die Enten nähmen das Gift beim Gründeln auf und verendeten, erklärte Grünert. Der Fischbestand sei zum Glück noch nicht betroffen. Hier sind vier Wasserfontänen in Betrieb, die für Sauerstoffzufuhr sorgen. 

Kein schnell wirkendes Gegenmittel

Für gewöhnlich erreiche man den niedrigsten Wasserstand erst Mitte September, schilderte Grünert die Ausnahmesituation nach der langen Trockenheit. Schnell wirkende Gegenmittel gebe es aber nun mal nicht. Als vorbeugende Maßnahme habe man ein teilweises Ausbaggern der Gräfte für September geplant und wolle den niedrigen Wasserstand für die Arbeiten nutzen, berichtete Grünert aus einem Gespräch mit dem Grafen von Merveldt. Auch im Vorjahr habe man bereits einen Teil ausgebaggert. 

Starkregen verschlechtert Situation

Schnelle Abhilfe kann aktuell nur Regen bringen. Ein Starkregenereignis würde die Situation allerdings eher verschlechtern, denn verbessern. Bei sehr starken Regenfällen würde der Schlamm in den Gräften aufgewühlt und Faulbakterien aktiviert, erklärte Stefan Grünert. 

Auch auf Kreisebene beobachte man die Situation in den insgesamt 3 300 Kilometer langen Fließgewässern wie Stever, Emmerbach, Berkel, Dinkel etc. sehr genau, sagte der Leiter der Unteren Wasserbehörde, Hermann Mollenhauer. „Wir sind sehr sensibilisiert“, betonte er auch mit Blick nach Münster, wo der Aasee bereits mit starkem Sauerstoffschwund zu kämpfen habe. Wenn jetzt durch größere Regenmengen Stoffe von der Oberfläche in die Gewässer gespült würden, führe dies schnell zu Sauerstoffmangel. 

Niedrigster Wasserstand seit Jahren

Zwar habe man den seit Jahren niedrigsten Wasserstand, aber die Temperatur in den Gewässern liege noch bei etwa 21 Grad Celsius. Ab Temperaturen von 23 und 24 Grad Celsius sinke allerdings die Fähigkeit des Wassers, Sauerstoff aufzunehmen, ergänzte Mollenhauer. Problematisch sei die Lage eher für Staugewässer wie etwa in Olfen und Lüdinghausen. 

Mit den Kommunen des Kreises Coesfeld stehe die Untere Wasserbehörde in Kontakt. Ein Fischsterben sei bislang nicht gemeldet worden, so Mollenhauer. 

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