Eine wahre Naturoase, die auch dem Hochwasserschutz dient

+
Die renaturierte Emmerbachaue ist eine wahre Naturoase und dient dem Hochwasserschutz.

Davensberg - Die Renaturierung des Emmerbachs ist abgeschlossen. Die Aue ist nicht nur eine Naturoase sondern dient auch dem Hochwasserschutz in Davensberg.

Der Emmerbach schlängelt sich befreit durch die Deipenwiese, Eisvogel und Uferschwalbe müssen die angelegte Steilwand nur noch beziehen und im Steinhügel nebenan finden Eidechsen und Ringelnattern garantiert geeignete „Immobilien“. Dass sich weitere Tier- und Pflanzenarten ansiedeln, ist nur noch eine Frage der Zeit. 

Jetzt übergaben Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, der Regierungspräsident aus Münster, Professor Dr. Reinhard Klenke, und der Coesfelder Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, die renaturierte Emmerbachaue ihrer Bestimmung. 

Sie ist nicht „nur“ Naturoase in spe, in ihr steckt mehr. Moderne Rückhaltetechnik verspricht besseren Hochwasserschutz für Davensberg und insgesamt eine verbesserte Gewässergüte. 

Investition von 1,5 Millionen Euro

Das gab es nicht zum Schnäppchenpreis: 1,5 Millionen Euro betragen die Baukosten der „größten wasserwirtschaftliche Maßnahme seit Jahrzehnten“, wie Bürgermeister Risthaus betonte. Davon flossen 1,1 Millionen Euro öffentliche Fördermittel sozusagen in den Emmerbach. 

Den sprichwörtlichen „Bach hinunter“ ging das Geld aber nicht, denn das 2009 begonnene Projekt blieb exakt im Kostenrahmen, selten genug in dieser Zeit.  Der Verwaltungschef dankte auch für die enge Begleitung beim Kreis und bei der Bezirksregierung.

Ein „Ein guter Wurf“

„Ein großer Schritt“, lobte Prof. Klenke den Umstand, dass nun die Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erfüllt werde. Das Ergebnis habe einen Zauber. „Ein guter Wurf“, stimmte auch Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr überein, dass Gesetzesnorm und Ökologie gelungen verbunden wurden. 

Intensiv begleitet haben die Maßnahme der Wasser- und Bodenverband Ascheberg, der Naturschutzbund (Nabu) Münster und die Landwirtschaftlichen Ortsvereine als Ansprechpartner für das Tiefbauamt um Projektleiter Christian Scheipers. Der Emmerbach-Altarm wurde erhalten und nimmt einen Großteil des Regenwassers aus der Ortslage auf.

Schafe und ein Naturlehrpfad

Des Engagements wegen holte Risthaus Hermann Grube, Vorsitzender des Hegerings Ascheberg/ Davensberg, auf das Podium. Der Verein kümmert sich dauerhaft um Hege und Pflege der Emmerbachaue. Für die naturnahe Entwicklung der sieben Hektar großen Fläche werden Soay-Schafe, eine alte ursprüngliche Rasse, zur behutsamen Beweidung eingesetzt. Für die Tiere ist bereits ein Unterstand gebaut und beim Zaunbau half der Verein Kosten zu sparen. 

Die Emmerbachaue lässt sich auf den äußeren Wegen sowie dem neu angelegten Bewirtschaftungsweg umrunden. Ein Naturlehrpfad soll folgen. Gegen den Uhrzeigersinn sei dies barrierefrei möglich, so Hermann Grube. Übrigens hatten sich die Besucher nach der Eröffnungsfeier kaum zum kleinen Imbiss auf den Hof der Gaststätte Haverkamp am Mühlendamm begeben, da kreiste schon ein willkommener (Dauer-)Gast scheinbar neugierig über der Emmerbachaue – ein Storch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare