„Eine Vernunftehe“

HERBERN ▪ „Für uns alle ist klar: Das ist keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe“. Doris Wesselmann, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, wählte die Worte mit Bedacht, um die Stimmung in der Gemeinde St. Benedikt nach Bekanntwerden der Fusionspläne zu beschreiben.

Wie berichtet, muss der Zusammenschluss mit St. Lambertus und St. Anna nach dem Willen des Bistums Münster bis spätestens 2015 durchgeführt sein. „Wir wussten ja vorher schon, dass es so kommen würde. Aber es ist schon etwas anderes, wenn man diese Kröte tatsächlich schlucken muss", so Wesselmann.

Besonders hart trifft die Gemeinde die Ankündigung von Pfarrer Rudolf Kruse, Herbern verlassen zu wollen (wir berichtete). „Das ist ein herber Schlag. Eine Funktion kann man ersetzen, eine Person aber nicht immer“, sagt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

Pfarrer Kruse bekräftigte heute noch einmal seine Entscheidung. „Ich halte es für unklug, in Herbern zu bleiben, ich würde dem neuen Pfarrer keinen Dienst erweisen. Da muss ich das Feld schon frei machen“, sagte der Pfarrer, der die anstehende Fusion aber noch konstruktiv begleiten und sich unter anderem für ein eigenes Pfarrbüro in Herbern einsetzen will.

Wann Kruse die Gemeinde verlässt, will er in Kürze mit dem Bistum klären. Möglich ist auch, dass er zuvor vom Bistum aus Herbern abberufen wird, um an anderer Stelle als Vicarius Cooperator eingesetzt zu werden. Er selbst bringt den Jahreswechsel 2013/2014 ins Gespräch. Am 28. Dezember 2013 wird Kruse 65 Jahre alt und kann dann offiziell in den Stand des Emeritus wechseln. 2013 erreicht zudem Pater Heinz Klapsing die Altersgrenze von 75 Jahren. Pfarrer Kruse fällt der Abschied auf Raten nicht leicht. „Ich habe nach der Veranstaltung am Mittwoch nicht gut geschlafen. Morgens habe ich mir dann überlegt, dass ich nach einigen Jahren ja wieder nach Herbern zurückkommen kann und hier meinen Lebensabend verbringe“, so Kruse. Doris Wesselmann vom Pfarrgemeinderat will den beliebten Pfarrer möglichst lange halten und die Fusion weitestmöglich nach hinten verschieben. „Die Gemeinde ist froh über jedes Jahr, das Pfarrer Kruse länger bei uns bleibt“, so Wesselmann. Als „integrative Person“ habe er die Gemeinde stets zusammengehalten. ▪ jiz

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