Möbel und Utensilien aus den 1940er bis 1970er gesucht

Eine Kneipe fürs Malteserstift

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Einen Plattenspieler mit alten Schallplatten gibt es bereits im Maltesterstift St. Benedikt in Herbern. Hausleiterin Nicole Fischer sucht nun noch einer alten Bar oder Theke für die Einrichtung einer kleinen „Kneipe“ für die Bewohner.

Herbern - Das Herberner Altenheim sucht eine Kneipe. Zumindest eine kleine Theke oder Bar. Die Idee dahinter: Das Ambiente einer kleinen Kneipe soll vor allem die an Demenz erkrankten Bewohner des Malteserstiftes St. Benedikt an vergangene Zeiten erinnern und ihnen dadurch neue Impulse für eine bessere Lebensqualität geben.

Alte Schränke, ein Waschbrett, kleine Milchkannen, auch ein Plattenspieler mit dazugehörigen Schallplatten – all das lässt sich in der Demenz-Wohngruppe der Herberner Senioreneinrichtung bereits finden. Nun hoffen Hausleitung Nicole Fischer und ihre Mitarbeiter auf Sachspenden aus der Bevölkerung. Ihr Ziel: Einen Begegnungsraum derart umgestalten, dass sich die Bewohner zurückversetzt fühlen in die selbst erlebte Vergangenheit. In jene Zeit, als sich viele der heutigen Senioren im jüngeren Alter regelmäßig wie selbstverständlich in Kneipen tummelten.

Seit Beginn des Jahres wurden bisher 80 Prozent der Mitarbeiter nach dem Pflegemodell „Böhm“ geschult. Zur Spezialisierung auf das Böhm-Modell, das zum besseren Verständnis von Menschen mit Demenz führen und durch den richtigen Umgang zu mehr Lebensqualität verhelfen soll, ist auch die Raumgestaltung für Fischer und ihr Team ein großes Thema. Die umgestalteten Räume sollen die Bewohner an ihre Kindheit und Jugend erinnern. Denn die Theorie nach Erwin Böhm fußt auf der Annahme, dass die stärkste Prägung eines Menschen bis zum 25. Lebensjahr erfolgt. Mit emotional besetzten Erinnerungen an diese Zeit, etwa mit Möbeln und ausgewählten Gegenständen, soll sich ein „Zuhause-Gefühl“ einstellen können. Zudem werden die Tagesabläufe und Beschäftigungsangebote mehr auf die Gewohnheiten des Einzelnen angepasst.

Fischer erklärt das Konzept so: Jeder Bewohner solle die Möglichkeit haben, zur Ruhe zu kommen, indem er gewohnten Ritualen und Tätigkeiten nachgehe. Wer seinen Alltag beispielsweise mit Hausarbeiten und Kochen verbracht habe, soll diesen Tätigkeiten auch weiterhin nachgehen können. Demenzkranke seien zwar nicht mehr in der Lage, Neues zu erlernen, sehr wohl aber, Altbekanntes wieder zu reaktivieren.

In den vergangenen Wochen hat Nicole Fischer mit ihrem Team schon einiges geleistet. Fertig sind sie noch lange nicht. „Es ist schon eine Herausforderung. Wir suchen Möbel und Utensilien aus den 1940er bis 1970er Jahren. Es ist schwer, an gut erhaltene und funktionstüchtige Dinge heranzukommen“, sagte die Hausleiterin.

Ein alter Plattenspieler diene nicht nur zur Zierde – alle zwei Wochen findet jetzt ein Tanzcafé statt. So soll es bei der kleinen Kneipe auch sein. „Die heute älteren Menschen waren früher oft in Kneipen. Deshalb kamen wir auf die Idee, eine solche hier einzurichten. Bisher haben wir leider noch kein passendes Mobiliar hierfür gefunden. Aber wir suchen weiter“, so Fischer.

Wer noch altes Werkzeug, Fotos oder gar eine alte Bar oder Theke besitzt, möge sich gerne unter Telefon 02599/9190 bei der Hausleitung Nicole Fischer melden.

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