Vorreiter in der Region

Keine Chance mehr für steinige Vorgärten: Ascheberg setzt Regeln fest

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So viel Stein darf nicht sein: Verwaltung und Politik wünschen sich für Aschebergs künftige Vorgärten wieder mehr Grün – Zufahrt und Zuwegung sollen demnach erlaubt sein, in die Vorgärten soll die Natur zurückkehren.

Ascheberg – In den neuen Baugebieten der Gemeinde haben stein- und kiesbedeckte Vorgärten künftig keine Chance mehr. Vielmehr soll es hier grünen und blühen, fanden die Mitglieder des Bau-, Planungs-, und Umweltausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Sie einigten sich einstimmig darauf, dies per Festsetzung im jeweiligen Bebauungsplan zu verankern.

Eine 1,50 Meter breite Zuwegung und eine davon abgetrennte, sechs Meter breite Zufahrt sollen erlaubt sein. Auf künftige Häuslebauer warten noch weitere Vorgaben: Abfallbehälter, die im Vorgarten postiert werden, so will es die Politik, müssen an drei Seiten mit begrünten Einfassungen abgegrenzt werden. Überdachungen müssen laut der geplanten Festsetzung künftig ferner aus Holz sein. Bestehende Baugebiete sind von den künftigen Vorgaben nicht betroffen, stellte die Verwaltung ausdrücklich fest. 

Das gilt ebenfalls für die Gärten hinter den Häusern. Die Absage an eine Versiegelung der Vorgärten aus rein gestalterischen Gründen ist den Zielen des Arten- und Klimaschutzes geschuldet. Lieber möchte man Blumen und Pflanzen gedeihen sehen, die Insekten als Nahrung dienen. Erfahrungen aus anderen Kommunen gebe es in der Sache noch nicht viele, da zähle man ähnlich wie die Nachbargemeinde Nordkirchen zu den Vorreitern, antwortete Gesche Ahmann von der Verwaltung auf Nachfrage von Thomas Franzke (CDU). 

"Ziele umsetzen, nicht ins Eigentum eingreifen"

Elmar Hammwöhner (SPD) fand den Ansatz grundsätzlich richtig, äußerte aber die Bedenken, dass in den Siedlungen der Parkraum knapp werden könne, wenn zusätzliche Stellplätze auf den Grundstücken benötigt würden. Das ließe sich über einen Befreiungsantrag regeln, zerstreute Ahmann die Sorge. Zusätzliche Parkplätze in den Wohngebieten hielt Hubert Beckmann (Die Grünen) ohnehin für überflüssig. „Man muss den Fahrradverkehr stärken“, forderte er. 

Für die UWG, die den Antrag kontra versiegelte Vorgärten eingebracht hatte, freute sich Fraktionschef Volker Müller-Middendorf über den Beschluss. „Wir wollen Ziele umsetzen, nicht ins Eigentum eingreifen“, stellte er fest und bekräftigte dann: „Da müssen wir Farbe bekennen.“

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