Dramatisches Ende einer Freundschaft

Sebastian Aperdannier und Gregor Bohnensack gestalteten die szenische Lesung. ▪
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Sebastian Aperdannier und Gregor Bohnensack gestalteten die szenische Lesung. ▪

NORDKIRCHEN ▪ Rund 50 vor allem junge Zuschauer verfolgten am Freitagabend die szenische Lesung des Briefromans „Adressat unbekannt“ in der Aula der Gesamtschule. Zu der Veranstaltung hatten das Jugend- und Kulturhaus Nordkirchen (Juno) und der Kulturkreis Nordkirchen aus Anlass des Holocaust-Gedenktages eingeladen.

Der Briefroman erzählt eine Geschichte von Freundschaft, und Verrat vor dem Hintergrund der Judenverfolgung während der Nazi-Zeit. Es geht um eine Freundschaft zwischen einem Juden und einem Deutschen. Die Lage spitzt sich zu, als der Deutsche dem Nationalsozialmus verfällt und die Freundschaft zerbricht.

Die beiden Schauspieler Sebastian Aperdannier und Gregor Bohnensack verliehen dem Briefwechsel durch ihre Gefühlsregungen und mit ihrer Körpersprache eine große Authenzität. Zuvor waren mit Videoprojektionen auf einer Leinwand über der Bühne alte Filmausschnitte aus den USA und Deutschland gezeigt worden, um einen Einblick in die Zeit zu geben und in das Thema einzuführen.

Die Schauspieler zeigten sich nach der Aufführung begeistert von dem großen Interesse der Zuschauer: ,,Es überrascht uns, so viele junge Leute hier zu sehen, die sich freiwillig mit dem problematischen Thema auseinandersetzen“, sagte Aperdannier. „Die angespannte Atmosphäre hat uns gezeigt, dass das Thema präsent ist. Das sehen wir als Aufforderung und pädagogischen Auftrag, dass ernste Thema Nationalsozialismus mit Kultur zu verknüpfen.“

Carolin Suermann vom Juno war erfreut über den Erfolg. ,,Wir hätten nicht gedacht, dass so viele Jugendliche kommen, die sich 70 Minuten hinsetzen, um ruhig und vertieft zuzuhören. Wo doch heute in Nordkirchen eine Party stattfindet.“ Nach der Aufführung nutzten noch einige Zuhörer die Möglichkeit, sich mit den Schauspielern und Veranstaltern über Form und Inhalt der Lesung auszutauschen. ▪ haa

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