Drei Bürgermeister vereint ein gemeinsamer Wunsch im Bereich des Nahverkehrs:

Endlich freie Fahrt auf Ost-West-Achse

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Die Bürgermeister von Ascheberg, Lüdinghausen und Haltern am See schlagen die Einrichtung einer Schnellbuslinie auf der Ost-West-Achse vor: (von links) Dr. Bert Risthaus, Richard Bormann, Bodo Klimpel.

Ascheberg – Schnell und unkompliziert mit Bus und Bahn – so soll öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) im südlichen Münsterland künftig auch auf einer Ost-West-Achse funktionieren: mit einer Schnellbuslinie auf der B58 von Drensteinfurt über Ascheberg und Lüdinghausen bis nach Haltern am See.

Der Vorschlag hat praktischen Charme, denn er nutzt, was schon vorhanden ist: eine gut ausgebaute Bundesstraße und vier Bahnhöfe mit ihren zahlreichen Anschlussverbindungen. „Und die Busse gibt es ja auch schon“, befeuerten die drei Bürgermeister Richard Borgmann (Lüdinghausen), Dr. Bert Risthaus (Ascheberg) und Bodo Klimpel (Haltern am See) ihre Idee für ein Plus an ÖPNV in der Region. 

Gemeinsamer Gestaltungswillen in Sachen ÖPNV

Am Dienstag unterzeichneten sie im Lüdinghauser Rathaus ein Schreiben, in dem sie ihren Vorschlag dem Verbandsvorsteher des Zweckverbands SPNV Münsterland (Dr. Klaus Effing, Landrat des Kreises Steinfurt) und des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (Erik O. Schulz, Bürgermeister von Hagen) unterbreiten. Auch im Coesfelder Kreishaus ist der Vorstoß bereits bekannt. „Der Prüfauftrag ist im Nahverkehrsplan bereits enthalten“, schilderte Aschebergs Bürgermeister, dass die Idee der Schnellbuslinie dem politischen Willen der Räte entspringt. Dass er und seine Amtskollegen auch kreisübergreifend aktiv geworden sind, spricht für den gemeinsamen Gestaltungswillen in Sachen ÖPNV. 

Vier Bahnhöfe an der Strecke

Der Bedarf nach einem ÖPNV-Angebot auf der Ost-West-Route liegt für die Verwaltungschefs auf der Hand, weil diese vier Bahnhöfe ver- und viele Ortsteile anbindet. „So kann man die Bürger dazu bewegen, Bus und Bahn zu nutzen“, hob Borgmann mit Blick auf den Klimaschutz hervor. Aschebergs Verwaltungschef kommt die Schnellbuslinie auch aus anderer Hinsicht mehr als gelegen. Denn fällige Bauarbeiten am heimischen Bahndammabschnitt brächten Probleme für die Pendler mit sich, erläuterte er und verwies zudem auf das dringend benötigte zweite Gleis auf der Strecke zwischen Münster und Dortmund. „Der Handlungsdruck ist da, die Tangente hat eine große Wirkung für uns“, begründete er den Ruf nach der Schnellbuslinie. 

Neben den Alltagspendlern profitierten auch all jene, die zum Beispiel medizinische Angebote in Nachbarkommunen wie Arztpraxen und Krankenhäusern in Anspruch nehmen wollen. Das Ziel, dem stetig steigenden Individualverkehr entgegenzuwirken und somit den Klimaschutz zu stärken, strich Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel heraus. Auch innerörtlich würde dies Entlastung für verstopfte Straßen bringen und das Klima werde schließlich auch im ländlichen Raum belastet, mahnte er neue Angebote öffentlicher Verkehrsmittel an. 

Realisierung bis zum Sommerfahrplan gewünscht

„Die Umsetzung der Maßnahme ist kein Hexenwerk“, sagte er. Zwar müsse man dafür auch Geld in die Hand nehmen, aber das rechtfertige die genannten Vorteile. Außerdem seien für die Aktion auch keine größeren Genehmigungsverfahren notwendig. Jetzt hoffen die drei Bürgermeister auf eine Umsetzung der Idee zum Sommerfahrplan 2020, wohl wissend, dass das ein ambitionierter Zeitrahmen ist. „Die Idee finden wir gut und die Uhren gehen inzwischen anders“, verwies Risthaus auf argumentativen Rückenwind in der Sache.

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