Gutachter: Sanierung an Breil und Raiffeisenstraße dringend erforderlich

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Der Vollausbau der Raiffeisenstraße ist zwischen Mini-Kreisverkehr und Bahnunterführung geplant. 

Ascheberg - „Zustandsklasse fünf“. Mangelhaft! Das Urteil der Gutachten über die erheblichen Straßenschäden an Breil und Raiffeisenstraße ist eindeutig: Die Sanierung lässt sich nicht mehr aufschieben. Trotzdem gab es seitens der Politik noch keinen konkreten Beschluss.

Vor allem die dünnen Asphaltschichten auf den Fahrbahnen und der schlecht strukturierte Straßenaufbau genügen den Anforderungen in dem Gewerbegebiet nicht mehr. Seit Jahren waren ständige Reparaturen nötig. Außerdem sollen künftig Geh- und Radwege ihren Platz neben den Fahrbahnen behaupten. Die Pläne für einen Vollausbau in drei Bauabschnitten stellte Hermann Himmelmann vom Sendener Ingenieurbüro Gnegel am Donnerstag im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss vor. 

Einen Beschluss fassten die Politiker im Beisein zahlreicher Anlieger aber noch nicht. Vielmehr gaben sie Planern und Verwaltung noch einige Änderungswünsche mit auf den Weg. Diese sollen bis zur nächsten Sitzung eingearbeitet werden. 

Was ist geplant? 

In drei Etappen soll saniert werden.Bauabschnitt eins: Raiffeisenstraße zwischen Minikreisverkehr und dem Ende der Bahnunterführung. Bauabschnitt zwei: Breil zwischen Minikreisverkehr und Zufahrt zum Bahnhof. . Bauabschnitt drei: Breil zwischen Zuwegung zum Bahnhof und Anschluss Nordkirchener Straße. Dieser Bereich wird allerdings erst nach den Erschließungsarbeiten für die geplanten Bebauungen in den „Bahnhofsgärten“ und am „Breilbusch“ folgen. Die Tempo-30-Zone dort soll erhalten bleiben. 

Welche Verkehrsflächen sind vorgesehen? 

Die Straßen werden im Separationsprinzip ausgebaut, das heißt, die Verkehrsflächen für motorisierte Fahrzeuge, Radverkehr und Fußgänger werden voneinander getrennt. Die Fahrbahnflächen sind sechs Meter breit, die kombinierten Geh- und Radwege haben laut Vorschlag des Planungsbüros die Regelbreite von 2,50 Meter. Auf je einen Gehweg gegenüber den kombinierten Geh- und Radwegen will man nach Einspruch aus dem Ausschuss verzichten. Ebenso auf zehn Parkplätze auf der Raiffeisenstraße vor der Firma WEPU. Unterhalb der Bahnunterführung wird mit Zustimmung der Bahn das Natursteinpflaster entfernt und durch eine Asphaltdecke ersetzt. 

Wie geht es weiter? 

Die Gewerke für die ersten beiden Bauabschnitte werden im Winter ausgeschrieben. Zuvor wird es eine Anliegerversammlung geben. Darin will die Verwaltung auch über die Beteiligung der Anwohner an den Erschließungskosten informieren. Bei dem Vollausbau handele es sich um eine erstmalige Herstellung, sagte Fachbereichsleiter Klaus van Roje. Etwa die Hälfte der Anlieger in dem Bereich hätten ihre Beiträge bereits gezahlt. Neben Anliegerversammlungen im Vorfeld biete die Gemeinde außerdem schon seit Jahren die Möglichkeit an, die Kosten zu stunden oder in Raten zu zahlen. An der Raiffeisenstraße ist die Gemeinde Ascheberg mit dem 9333 Quadratmeter großen Recyclinghof selbst der größte Anlieger. 

Was sagt der Ausschuss? 

„Die Gehwege nur für Fußgänger sind überflüssig“, verlangte Ludger Wobbe (CDU), diese ersatzlos zu streichen. Volker Müller-Middendorf (UWG) schlug vor: „Dann lieber den Seitenstreifen dort begrünen und dem Radverkehr großzügiger Raum bieten.“ „Das ist nicht zu Ende gedacht“, forderte Elmar Hammwöhner (SPD), dem Radverkehr auch mit Blick auf den Nahverkehr zum Bahnhof generell mehr Raum zu geben. Für Hubert Beckmann, Bündnis 90/Die Grünen bleibt die Aufteilung der Verkehrsflächen ohnehin ein Dorn im Auge. 70 Prozent der Fläche gehören den Pkw, Grünflächen werden aber vom Rad- und Fußweg weggenommen“, kritisierte er.

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