Betrugsprozess: Staatsanwalt fordert mehr als drei Jahre Haft für Ascheberger

Dortmund/Ascheberg - Wegen einer mehrjährigen Betrugsserie soll ein mittlerweile 67-jähriger Ascheberger zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt werden. Diesen Strafantrag stellte der Staatsanwalt am Dortmunder Landgericht nach Abschluss der mehrmonatigen Beweisaufnahme gegen den Ascheberger.

Seine mitangeklagte Komplizin soll laut Antrag des Staatsanwalts zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt werden. Der Angeklagte sei überführt, über insgesamt sechs Jahre einen Gesamtschaden von rund 327.000 Euro angerichtet zu haben. Er habe sich des gewerbsmäßigen Betrugs in 18 Fällen, der Urkundenfälschung, der falschen Verdächtigung und des versuchten Prozessbetrugs schuldig gemacht.

„Immens hohe kriminelle Energie"

Zusammen mit mehreren Komplizen hatte er diverse Arbeitsagenturen um Arbeitslosengeld, Eingliederungshilfen und weitere Zuschüsse geprellt. Der Anklagevertreter bewertete das systematische Vorgehen des Angeklagten als „immens hohe kriminelle Energie“. Als Drahtzieher der betrügerischen Machenschaften habe er mehrere Personen, darunter auch Familienangehörige, in sein kriminelles Tun mit hinein gezogen.

Besonders dreist sprang der Ascheberger offenbar mit einer ehemaligen Geschäftspartnerin und Freundin um. Er fälschte ihre Unterschrift, zeigte sie später sogar zu Unrecht an und sorgte damit dafür, dass sie völlig ohne Grund Ärger mit der Steuerfahndung und Justiz bekam. Mittlerweile hat der 67-jährige sich bei diesem Betrugsopfer deutlich reuig entschuldigt und 10.000 Euro als erste Rate einer Schadenswiedergutmachung gezahlt.

Urteilsverkündung am 30. Januar

Verteidigerin Veronika Pütz verwies auf das Geständnis ihres Mandanten, das zu einer deutlichen Verkürzung der Beweisaufnahme vor dem Wirtschaftsstrafkammer geführt habe. Einen konkreten Strafantrag stellte sie nicht. Das Urteil wird am kommenden Montag, 30. Januar, am Landgericht Dortmund verkündet.

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