Gericht verhängt drei Jahre und zwei Monate

Betrüger aus Ascheberg muss in Haft

Justiz sucht Schöffen
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Ascheberg/Dortmund - Ein 67-jähriger Ascheberger ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Urkundenfälschung, versuchten Prozessbetrugs und falscher Verdächtigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Die 43. Wirtschaftsstrafkammer unter Vorsitz von Thomas Beumer blieb damit im Strafmaß geringfügig unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Verurteilung zu drei Jahren und fünf Monaten Haft beantragt hatte.

Äußerlich regungslos verfolgte der Angeklagte die Ausführungen des Vorsitzenden Richters, der noch einmal die jahrelangen kriminellen Machenschaften des Aschebergers Revue passieren ließ. Nach den Feststellungen des Gerichts und dem späten Geständnis des 67-jährigen hat er die Bundesanstalt für Arbeit sowie eine frühere Geliebte um insgesamt mindestens rund 340 000 Euro betrogen. 

Mithilfe von Komplizen, unter anderem einer weiteren Lebensgefährtin, wurden an verschiedenen Arbeitsagenturen im Münsterland und im Ruhrgebiet Arbeitslosengeld und diverse Formen von Zuschüssen beantragt. Durch „geschicktes Einsetzen eines eigens gegründeten Firmengeflechts und ausgesprochen raffinierte Vorgehensweise“ wurden die Behörden systematisch getäuscht und jahrelang völlig zu Unrecht öffentliche Gelder kassiert. 

Auch im Privaten zeigte sich der Ascheberger skrupellos, betrog eine langjährige Geliebte um 93 000 Euro aus ihren Ersparnissen. Als die lange ahnungslose Frau die Machenschaften ihres Partners durchschaute und Anzeige erstattete, musste sie nach den Feststellungen des Gerichts „massive Gegenmanöver“ ihres betrügerischen Liebhabers erdulden. Er erstattete völlig zu Unrecht Strafanzeige, hetzte ihr die Steuerfahndung auf den Hals und leitete ein Zivilverfahren an einem Landgericht auf Herausgabe angeblich von ihr veruntreuter Gelder ein. Nach monatelangen Unschuldsbeteuerungen hatte der Ascheberger schließlich ein Geständnis abgelegt, die betrügerischen Machenschaften bei den Arbeitsagenturen zugegeben und auch die Angaben seiner früheren Geliebten als wahr bestätigt.

 Ohne dieses Geständnis, so das Gericht, wäre die zu verhängende Freiheitsstrafe weitaus höher ausgefallen und der Angeklagte während des Prozesses vermutlich in Untersuchungshaft genommen worden. Noch im Gerichtssaal nahm der Ascheberger den Richterspruch an, das Urteil ist damit rechtskräftig.

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