Leben in Gastfamilien: Sozialwerk feiert erfolgreiches Modell

Zehn Jahre „Betreutes Wohnen in Gastfamilien“: Philipp (2.v.l.) fühlt sich wohl bei seinem Gastvater Otto Hövener (3.v.l.) – ein Erfolg für das Projekt des Sozialwerks St. Georg.
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Zehn Jahre „Betreutes Wohnen in Gastfamilien“: Philipp (2.v.l.) fühlt sich wohl bei seinem Gastvater Otto Hövener (3.v.l.) – ein Erfolg für das Projekt des Sozialwerks St. Georg.

Herbern - Vor zehn Jahren erweiterten die Fachteams des Sozialwerks St. Georg ihr Angebot um den Bereich „Betreutes Wohnen in Gastfamilien“ (BWF). Zur Feier dieses Geburtstages hatten die Mitarbeiter des Sozialwerks am Samstag in die große Scheune des Bauernhofes im Heubrock eingeladen.

Norbert Kellner, Leiter des Fachteams aus Ascheberg und Ense-Bremen, freute sich, zahlreiche Gastbewohner, deren Gastfamilien, die gesetzlichen Betreuer und viele interessierte Bürger begrüßen zu können. In seiner Ansprache erinnerte er an die Anfänge des „Betreuten Wohnens in Gastfamilien“ und gab einen Überblick über die vergangenen zehn Jahre.

Das Angebot biete jungen und älteren Menschen mit Assistenzbedarf ein aktives und selbstbestimmtes Leben im Familienbund und stelle somit eine wertvolle Ergänzung dar. Zudem koste die Betreuung in einer Gastfamilie nur die Hälfte eines stationären Heimplatzes.

Nach einem Jahrzehnt leben 38 Klienten in Gastfamilien. Sie werden von sechs Mitarbeiterinnen betreut. Allen, die dieses Angebot durch ihr persönliches Engagement ermöglichten, sprach Kellner seinen Dank aus. „Wir wünschen uns, immer mehr Menschen einen Platz und eine Chance in einer Familie anbieten zu können“, betonte er. Daher suche das Sozialwerk regelmäßig Gastfamilien und Menschen, die sich auf diese besondere Veränderung in ihrem Leben einlassen möchten. Kellner ergänzte: „Wir haben es geschafft, eine sehr persönliche Form der Eingliederungshilfe für Menschen mit einer Behinderung in unserer Region zu etablieren.“

Dass dieses Betreuungsangebot ein voller Erfolg ist, bestätigte Otto Hövener aus Nordkirchen. Vor drei Jahren nahmen er und seine Frau den 23-jährigen Philipp bei sich auf. „Es bereichert das Leben von Grund auf. Man bekommt eine ganz neue Perspektive und einen anderen Tagesrhythmus. Ich bereue, dass ich diesen Schritt nicht früher gemacht habe“, erzählte Hövener.

Philipp fühlt sich bei dem Ehepaar wohl und kann sich ein anderes Leben nicht mehr vorstellen. „Früher hatte ich einen Freund, heute habe ich ganz viele“, erzählte der 23-Jährige.

Kerstin Schwarte vom BWF-Fachteam erklärte, das Phillipp in seiner ursprünglichen Familie sehr isoliert aufgewachsen sei. „Bei uns darf er auch etwas falsch machen“, sagte Otto Hövener. „Wir begleiten Philipp auf seinem eigenen Weg.“ - isa

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