Nach zehn Jahren Amtszeit

Risthaus kündigt Abschied an - keine weitere Amtszeit als Bürgermeister

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Zehn Jahre war Dr. Bert Risthaus Bürgermeister in Ascheberg. 

Ascheberg - Bürgermeister Dr. Bert Risthaus hat die Weichen seiner beruflichen Zukunft neu justiert und will bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren. Stattdessen sucht der Jurist seine berufliche Perspektive künftig in der anwaltlichen Kommunalberatung.

Das teilte er am Mittwoch gegenüber der Presse mit und räumte ein: „Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen, das Leben und Arbeiten für diese Gemeinde bereitet mir viel Freude“. 

Seinen Schritt begründete der CDU-Mann, der seit zehn Jahre im Amt ist, mit der persönlichen Einsicht, dass ihm ein beruflicher Umstieg mit Ende Vierzig leichter falle, als später mit Mitte Fünfzig. 

Gemeinde hätte Bestnoten

Mit der frühzeitigen Information über seinen Entschluss wolle er die Gelegenheit eröffnen, geeignete Kandidaten um das Spitzenamt in der Gemeinde zu suchen und zu finden, betonte er vor dem Hintergrund, dass der hier Markt relativ eng sei. 

Seiner Gemeinde schrieb er gleichzeitig Bestnoten ins Portfolio. „Ascheberg ist eine lebendige, gut aufgestellte Gemeinde, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Sie hat auch eine freundliche und engagierte Bürgerschaft“, fügte er nicht ohne Bewegung hinzu und lud potenzielle Kandidaten ein, sich zu bewerben. 

Es gebe in den kommenden Jahren viele spannenden Projekte, nannte neben der Umstrukturierung der Schulstandorte weitere Aufgaben im Bereich offener Ganztag oder das Sportstättenkonzept. 

"Mit voller Kraft bis zum letzten Tag"

Der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Ascheberg und die Realisierung des Vollsortimenters sowie die Pläne für die Feuerwache in Herbern und die Anschaffung eines Fahrzeuges für den Löschzug Davensberg will der Verwaltungschef gewohnt intensiv begleiten.

 „Ich werde selbstverständlich mit voller Konzentration und voller Kraft bis zum letzten Tag meiner Amtszeit im Einsatz bleiben“, sicherte er den Aschebergern zu. „Sonst wäre ich auch nicht ich selbst“. 

Dass er Projekte, die er selbst mit angestoßen habe, nun nicht bis zum Ende begleiten werde, tue ihm sehr leid, räumte er ein. Das Amt des Bürgermeisters sei für ihn weit mehr als ein „Job“. 

Jetzt freue er sich auf die Zeit, die noch da sei. Einen konkreten Anlass für seinen Entschluss gebe es neben der beruflichen Umorientierung nicht. „Ich bin nicht frustriert“, versicherte er mit Seitenblick auf die teils heftig geführte Debatte zum Thema Klimawandel. 

Noch weitere 20 Berufsjahre

„Einen Shitstorm in den sozialen Medien habe er nicht empfunden. Allerdings müsse man aufpassen, dass es nicht persönlich wird, sagte er. Auseinandersetzungen in der Politik seien indes normal, in den vergangenen zehn Jahren habe es aber im Rat immer eine sachliche Ebene gegeben.

„Der Rat war mit Leidenschaft bei der Sache“, schilderte Risthaus seine Wahrnehmung. In den Wahlkampf werde er sich nicht einmischen, will er hier ganz der Linie seines Amtsvorgängers Dieter Emthaus folgen. 

In seinen verbleibenden 20 Berufsjahren will sich Bert Risthaus der anwaltlichen Beratung von Kommunen und hier speziell der Kommunikation im politischen Raum widmen. Dabei komme ihm die Erfahrung aus dem Bürgermeisteramt ebenso zugute wie zuvor seine fünf Jahre andauernde Tätigkeit als Büroleiter des Landrates des Kreises Coesfeld, ist er überzeugt. 

Seinen Entschluss habe er mit der Familien besprochen. In der Familie sie das Echo geteilt gewesen, die Unterstützung für eine dritte Amtszeit wäre ihm sicher gewesen, berichtete er. Einen Ortswechsel wird es für die Familie Risthaus aber nicht geben: „Wir sind Ascheberger und wollen es bleiben.“

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