Ausschuss stimmt Bau des Combi-Marktes zu

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Der neue Combi-Markt soll auf dem Gelände der Feuerwache in Ascheberg entstehen.

Ascheberg - Der Combi-Markt kommt - das hat der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in Ascheberg einstimmig beschlossen. Rewe und Aldi erweitern im Zuge dessen ihre Verkaufsflächen.

Rewe erweitert seine Fläche um 660 Quadratmeter, Aldi darf nur auf 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern: So sieht es das aktualisierte Einzelhandels- und Zentrenkonzept für Ascheberg samt städtebauliche Wirkungsanalyse vor, das der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss einstimmig beschlossen hat. 

In der jüngsten Sitzung hatte Diplomgeograph Stefan Kruse vom Dortmunder Büro Junker und Kruse die städtebauliche Wirkungsanalyse vorgestellt. Eine Grundlage dieser Analyse, so Kruse, sei die Frage, wo der Umsatz herkomme, den die Geschäfte machen wollen. Zudem gehe es darum, wann umsatzökonomische Auswirkungen in städtebauliche Auswirkungen umschlagen. 

"Betreiber können Kaufkraft zurückgewinnen"

„Wenn beispielsweise ein ‚Kaufkraft-Magnet‘ schließt und abwandert, kann es durch eine geringere Kundenfrequenz in dem Bereich auch zur Aufgabe anderer Geschäfte kommen.“ Das Büro ermittelte bei seiner Untersuchung – in die es auch Drensteinfurt und Nordkirchen einbezog – einen sortimentsspezifischen Umsatz von 89,3 Millionen Euro. 

„Dabei ist der Ausfluss etwas größer als das, was an Kaufkraft in den Untersuchungsraum hinein fließt.“ Die idealtypische Kaufkraftbindung bei der Grundversorgung betrage 100 Prozent. „Das ist eine Zentralität von 1,0. Ascheberg hat eine Zentralität von 0,84. Rechnet man den K+K heraus, sind es 0,65. Die Betreiber können also Kaufkraft zurückgewinnen.“ 

Combi spricht neues Klientel an

Grundsätzlich sei eine Vergrößerung der Verkaufsfläche – gerade auch durch einen neuen Anbieter – positiv: „Durch Combi wird ein neues Klientel angesprochen.“ Eine höhere Kundenfrequenz habe in der Regel eine positive Auswirkung auf den Ortskern. Bei der geplanten Erweiterung des Rewe-Marktes auf 1 600 Quadratmeter, der Neuansiedlung des 2 100 Quadratmeter großen Combi-Markts sowie der Erweiterung der Aldi-Verkaufsfläche auf 1 400 Quadratmeter würde die Umsatzverteilung allerdings eine kritische Grenze überschreiten, so Kruse. 

Gerade im Hinblick auf das Lebensmittelangebot in Davensberg riet er darum, die Erweiterung der Verkaufsfläche zu reduzieren. „Der Nachversorgungsstandort in Davensberg ist wichtig“, betonte er. Sein Lösungsvorschlag: Dürfe Aldi seinen Standort nur auf 1 000 Quadratmeter erweitern (derzeit: 780 Quadratmeter), reduziere sich der umverteilungsrelevante Gesamtumsatz soweit, dass der Standort Davensberg nicht gefährdet werde. Dass gerade Aldi weniger Fläche zugestanden werden soll, lag unter anderem daran, dass „die 1 400 Quadratmeter ein Zukunftsmodell sind, die bisher noch nirgendwo realisiert worden sind.“

SPD fordert Aussagen zu Lärm und Verkehr

Grundsätzlich stieß die Wirkungsanalyse im Ausschuss auf Wohlwollen. „Die Reduzierung der Weiterungsfläche ist richtig, denn die Nahversorgung in Davensberg ist wichtig“, sagte beispielsweise Maria Schulte-Loh (CDU). Volker Müller-Middendorf (UWG) und Frank Holtrup (CDU) sprachen sich dafür aus, „ein Signal an Combi zu unterstützen“. Sozialdemokrat Michael Krieger bemängelte allerdings, dass nach wie vor Aussagen zu Lärm und Verkehr fehlten – was laut Kruse andere Gutachter klären müssten. 

Und Jochen Wismann, als sachkundiger Einwohner für die FDP im Ausschuss, schlug vor, die so reduzierte Erweiterungsfläche in einen Pool einfließen zu lassen „und dann bei Bedarf zu verteilen“. Das ergebe jedoch laut Bauamtsleiter Klaus van Roje nur Sinn, „wenn man noch nicht weiß, wohin die Reise gehen soll. Rewe und Combi haben aber schon konkrete Planungen vorgelegt.“ Zudem, betonte er, dass durch das Einzelhandelskonzept mögliche Ansiedlungen oder Erweiterungen „nicht für alle Zeiten festgeschrieben“ sind.

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