In Herbern fehlen 42 Kindergartenplätze

Ausschuss favorisiert Kita-Neubau in Modulbauweise

+
So könnte der Kindergarten aussehen.

Herbern - Eine neue Drei-Gruppen-Kita, fix errichtet in Modulbauweise, soll zum 1. August in Herbern ihre Türen öffnen. Angesichts des Bedarfs von zusätzlich 42 Plätzen herrschte darüber im Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss am Dienstag große Einigkeit.

Beim Anstieg der Kinderzahlen sei „Herbern ein besonderer Ausreißer“, verlieh Yvonne Benson vom Kreisjugendamt Coesfeld dem Ortsteil ein positives Etikett. Neben den steigenden Kinderzahlen bestimme auch die Nachfrage nach mehr Plätzen für Zweijährige den wachsenden Betreuungsbedarf, wies Benson auf eine auch kreisweit erkennbare Tendenz hin. In der Sitzung erläuterte sie die aktuellen Zahlen des Kindergartenbedarfsplans 2017. Laut Anmeldungen gibt es für 25 Kinder unter drei Jahren und 17 über drei zusätzlichen Betreuungsbedarf in Herbern.

 In den Ortsteilen Ascheberg und Davensberg weisen die Zahlen auf eine leicht entspannte Situation hin. In Ascheberg zeichnet sich, die an der Herberner Straße geplante neue Grashüpfer-Kita (vier Gruppen) eingerechnet, ein kleiner Überhang von sieben Plätzen für Kinder unter drei und 13 für Kinder über drei ab. In Davensberg stehen vier Plätze für Kinder unter drei Jahren mehr zur Verfügung als angemeldet sind. 

Alternativen verworfen

Die beiden Alternativen zur Modulbauweise wurden im Ausschuss verworfen – die Nutzung von Profilschulräumen wegen mangelnder zeitlicher Verfügbarkeit bis 2022 und der Bau eines dauerhaften Gebäudes im Investorenmodell aus Kosten- und Zeitgründen. Für die temporär nutzbare Modulbaulösung spricht die schnelle Verfügbarkeit. Die Miete für einen Zeitraum von fünf Jahren betrage rund 300 000 Euro, erklärte Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus nach Prüfung verschiedener Angebote. Das rund 600 Quadratmeter große Gebäude sei in Kürze zu errichten und habe auch keinen Behelfscharakter. Eine Erweiterung oder eine längerfristige Nutzung wären möglich.

Standortfrage ist noch nicht geklärt

 Im Ausschuss schieden sich letztlich nur an der Standortfrage die Geister. Während die CDU-Mehrheitsfraktion das Gelände der Herberner Profilschule bevorzugte, plädierten SPD und UWG für die Standortvariante „Auf den Äckern“. Die Fläche liegt auf gemeindeeigenem Grund nahe der Auferstehungskirche (WA berichtete). Ludger Wobbe sah für die CDU-Fraktion in dem Standort auf dem Schulgelände die richtige Wahl. Nach Auslaufen der Profilschule würden hier Marienschule, Kita, Musikschule und VHS einziehen. Sein Fraktionskollege Josef Reher wies auf die Schwimm- und Sporthalle und die zentrale Lage hin. 

Über die künftige Entwicklung des Schulstandortes sei noch nichts entschieden, konterte Volker Müller-Middendorf (UWG) in Richtung Wobbe und sprach sich für den Standort Auf den Äckern aus. Petra Haverkamp (SPD) fand den Standort auf dem Schulgelände ebenfalls „nicht so günstig“ und nannte vor allem verkehrliche Probleme durch die schmale Zufahrt über die Bergstraße. Entschieden hat man sich nach Austausch der Argumente noch nicht. Eine Pro-und-Contra-Liste, erstellt durch die Verwaltung, soll in der Sitzung des Bauausschusses am 14. Februar (18 Uhr, Bürgerforum) als Entscheidungshilfe dienen. 

Für den Bau der Kindertagesstätte Grashüpfer (Jugendhilfe Werne) im Ortsteil Ascheberg ist das Bewerbungsverfahren gerade zu Ende gegangen. Zwei Interessenten haben Angebote für das Investorenmodell abgegeben, die man nun prüfe, sagte Helmut Sunderhaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare