Ascheberger Tafel feiert zehnjähriges Bestehen

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Ascheberg - Wo Überfluss und Mangel aufeinanderprallen, setzen die Tafeln mit ihrer Arbeit an. Seit nunmehr zehn Jahren auch in Ascheberg. Seit der ersten Ausgabe am 12. Juni 2008 kümmern sich engagierte Helfer darum, dass Lebensmittel, die der Handel trotz Brauchbarkeit nicht mehr umsetzen kann, noch Menschen satt machen, die sich nur wenig leisten können.

Den runden Geburtstag feiert die Einrichtung am Dienstag, 26. Juni. Am Sitz der Tafel in der Nordweststraße 1, wo im Juni 2008 alles begann, erwartet der Verein ab 11 Uhr Gäste aus dem Rathaus, der Politik, den Kirchen, Unterstützerkreisen und interessierte Bürger, um das zehnjährige Bestehen zu feiern, wie der Vorsitzende Martin Hörster mit dem Tafelteam am Donnerstag berichtete. Die Einrichtung sei zu einem „anerkannten Baustein im sozialen Gefüge der Gemeinde geworden“, so Hörster, wie er es sich in den Anfängen gewünscht habe.

Begonnen hat alles zunächst in Trägerschaft des Katharinenstifts im Sozialwerk St. Georg. Drei Jahre nach dem Start musste die Ausgabe aber kurzfristig schließen, weil das ausstieg, nachdem es lange vergeblich einen Nachfolger für die Trägerschaft gesucht hatte. Ein Signal, das Martin und Heike Hörster, Andreas Barthold und Johannes Wirtz als Nachbarn vom Rheinsbergring tätig werden ließ. Manfred Theil, Ludger Wobbe, Maria Sträter und Bärbel Wiehe stießen zu den Initiatoren dazu. So wurde am 1. Oktober 2011 der Trägerverein gegründet, in dem seit langem auch Ute Henrotte, Hildegard Fenski, Renate Westerhold und Hanna Schlinge zu den wichtigen Stützen zählen. Schwierig blieb’s trotzdem.

40 Helfer versorgen 140 Bedarfsgemeinschaften

In der ersten Zeit habe er ein ums andere Mal die „Pleite berechnet“, sagte Hörster, der von Haus aus Kaufmann ist und heute gelassen auf diese Phase blickt. Denn es ist immer gut gegangen. Aus den anfänglich zwölf Mitarbeitern und Kunden in 40 Bedarfsgemeinschaften, wie die versorgten Haushalte im Amtsdeutsch heißen, sind heute 40 Helfer geworden, die 140 Bedarfsgemeinschaften versorgen, 40 davon in Herbern, wo seit 2012 eine zweite Ausgabestelle besteht.

Dies und anderes würde es ohne die ehrenamtliche Leistung und das Netzwerk von Tafel-Vereinen in der Umgebung nicht geben. „Ohne das Tafel-Netz und unsere Unterstützer ginge es nicht“, sagt Hörster. Spenden kommen von Vereinen, Privatpersonen, und Institutionen wie der Ascheberger Bürgerstiftung, der Tietze-Stiftung oder der Lidl-Stiftung.

Die neuen Räume im "Juin" im ehemaligen Haus Berger wird die Tafel demnächst beziehen und ihre Ausgabe für Herbern anbieten.

Auch baulich hat sich die Tafel immer weiter entwickelt. Aus der Ausgabe wurde eine Art „Tante-Emma-Laden“, in dem die Kunden selbst auswählen können. Es gibt ein Kleiderstübchen und statt des alten Bullis seit 2012 ein Kühlfahrzeug mit dem Namen „Glücksbringer“, das den Transport auch empfindlicherer Lebensmittel erlaubt. In Herbern steht nach dem Start am Southfive und dem Wechsel ins ins Jochen-Klepper-Haus bald der nächste Umzug an.

Die Helfer Lydia Lustig, Bruno Cramer, Cilly Mennemann, Marita Ehrling, Martina Damnitz, Agnes Hörsting und Hedwig Wellmann ziehen mit der Ausgabe in Kürze ins neue „Juin“ an der Südstraße um.

Ausgabe: Herbern donnerstags ab 13 Uhr, Jochen-Kleper-Haus; Ascheberg donnerstags ab 14 Uhr, Nordweststraße 1.

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