Erst die Bürger, dann die Profis

Ascheberger liefern Ideen für die Neugestaltung ihrer Plätze

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Wenige Teilnehmer, viele Ideen: Beim Bürgerworkshop am Dienstagnachmittag sammelte die Verwaltung die Anregungen der Ascheberger für die künftige Gestaltung großer Plätze – unter anderem waren die Blicke auf den Bereich um die Kirche St. Lambertus gerichtet.

Ascheberg – Gestaltungsoffensive für die Plätze im Ascheberger Ortskern: Bevor für Kirchring, Katharinenplatz, für die Sandstraße im Bereich Pümpken und vor dem KiK Profi-Entwürfe zur Neugestaltung der Freiräume eingekauft werden, hatten die Bürger in der ersten Beteiligungsrunde das Wort.

Schnell war klar: Barrierefreiheit, Gelegenheiten zum Verweilen, viel Grün, Licht und eine gemeinsame (Verbindungs-)Linie aller Plätze sind Basiselemente, die die Bürger den Profi-Planern an die Hand geben.

Im Bürgerforum nutzten sie am Dienstagabend – wenn auch in überschaubarer Zahl – die Chance, sich in die Gestaltung ihrer Freiluft-Wohnzimmer einzumischen. „Denn Sie sollen den Aufenthalt auf den Plätzen ja künftig genießen können“, ermunterte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus zum Mitmachen. Für die erste Runde hätte er sich noch etwas mehr Teilnehmer gewünscht, räumte er ein. Die Bürger-Anregungen fließen in das Verfahren ein.

Gesche Ahmann von der Bauverwaltung leitete zum aktiven Teil über. An vier Tischen mit jeweils großformatigen Plänen der Plätze konnten Vorschläge diskutiert und notiert werden. Als Ansprechpartner standen Mitarbeiter der Bauverwaltung bereit. Nach 15 Minuten rückten die Gruppen dann zum nächsten Tisch weiter. 

Boule, Parkour für die Jugend und Bänke am Kirchring?

Ein Boule- oder Boccia-Platz auf der Leerstelle des ehemaligen Hauses Bultmann zählte zu den Vorschlägen, die Agnes Klaas für den Kirchring annahm. Eine Neubebauung fand keine Fürsprecher, wohl aber die Hoffnung, die Fassadengestaltung an Privathäusern mithilfe von Fördermitteln verbessern zu können. Ein Parkour-Platz für die Jugendlichen zählte ebenfalls zu den Vorschlägen. Konträr waren die Meinungen zu den Hochbeeten. Neues Grün, Wasserspiel und Skulpturen regten die einen an, die anderen rieten zu Parkplätzen an dieser Stelle.

Kompromiss zwischen Aufenthalt, Auto und Rad vor dem KiK?

Blumenpyramiden, Sitzmöbel mit Holzbeplankung, Radweg, Rad-Abstellanlagen und ein einheitlicher Bodenbelag waren Ideen, die Martin Wolf für diesen Platz an die Pinnwand heftete. „Den Spieker (Heimathaus) öffentlich erlebbarer machen“, ist auf einem anderen Merkzettel zu lesen. Den Wochenmarkt hier anzusiedeln, wurde ebenso angeregt wie mehr Fläche für die Außengastronomie der Bäckerei.

Mehr Grün, Licht und ein Highlight für den Katharinenplatz? 

Eine überdachte Fläche und Sitzgelegenheiten vor der Tourist-Info von Ascheberg Marketing nahm Annette Wex-Niermann als Anregung mit. Augenmerk legen die Bürger außerdem auf die Sichtachsen, zum Beispiel zur Kirche. Eine grüne Erweiterung in Anlehnung an den Bibelgarten findet ebenso Zuspruch wie der Wunsch nach mehr Anziehungskraft. Ganz wichtig hier: Barrierefrei muss der Platz werden und auch der Kirmes weiterhin Raum bieten.

Ein kleines, autofreies Zentrum am Pümpken/Brunnen? 

Durchgangsverkehr raus, mehr Außengastronomie, gut sichtbare Übergänge: Das Pümpken soll zu einem kleinen Zentrum an der Sandstraße werden, lauteten Ideen hier. In der kontroversen Diskussion wurden ebenso die Belange der Gewerbetreibenden thematisiert, bilanzierte Stefan Backmann am Schluss.

Wie geht es weiter?

Weitere Ideen können kurzfristig noch per E-Mail bei Gesche Ahmann (ahmann@ascheberg.de) eingereicht werden. Noch im Februar entscheidet sich das Auswahlgremium aus dem Pool der Bewerber für drei Büros, die dann bis zum 13. Mai Konzepte erarbeiten. Diese werden in der zweiten Runde der Bürgerbeteiligung (15./16. Mai) anonymisiert präsentiert. Dann wird im Juni vom Rat ein Entwurf ausgewählt (es ist auch möglich, Maßnahmen aus verschiedenen Entwürfen zu kombinieren). Abschließend werden die Bürger erneut gefragt. Ende September soll dann der Förderantrag herausgehen.

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