Auszeichnung für Martin Weiß, die Ascheberger Tafel und das Betreuerteam des SVH-Ferienlagers

Ascheberger Bürgerpreis für echte „Kümmerer“

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In diesem Jahr durften sich knapp 20 Ehrenamtler über drei Bürgerpreis-Auszeichnungen von der Stadt Ascheberg freuen: Martin Weiß (li.), die Ascheberger Tafel sowie das Betreuerteam des Ferienlagers des SV Herbern

Ascheberg – Ein lebendiges, vielfältiges Ehrenamt macht den Unterschied, wenn es um die Lebensqualität eines Gemeinwesens geht. Doch anders als Verkehrswege, Schulen, Sportanlagen oder Schwimmbäder sieht man solch eine „innere Infrastruktur“ nicht auf den ersten Blick.

Bei der Verleihung des Bürgerpreises am Freitagabend standen deshalb jene im Licht, die sich mit Tatkraft, Ideen und Talenten oft im Verborgenen, immer aber unentgeltlich einsetzen. Für all das stehen die drei Preisträger 2019: Martin Weiß, die Ascheberger Tafel und das Betreuerteam des Ferienlagers des SV Herbern.

„Mehr Ehrenamt in einer Person geht nicht“, überließ es Bürgermeister Dr. Bert Risthaus Laudator Frank Neve, das Engagement von Martin Weiß zu würdigen. Neves Rede lässt sich mit einem „Haste Töne?“ zusammenfassen. Denn „Thon“, oder besser gesagt Onkel Thon aus Holland, so verriet Neve, habe einst dafür gesorgt, dass der „kleine Martin“ seinen bis heute gültigen Spitznamen bekam. Der hatte das Geschenk des Onkels, ein kleines, garantiert unsinkbares Plastikschiffchen, ohne weitere Umstände im Emmerbach versenkt und musste sich prompt von allen Seiten die Frage gefallen lassen: „Wo ist das Boat?“

Ob nun „Boat“ oder „Martin“, Weiß’ Name hat in Ascheberg einen guten Ton. Der Ehrenamtler führt seit 2003 als Vorsitzender die Kolpingsfamilie, kürt mit der Spielschar auf der Theaterbühne Platt, hält am Schlagzeug des Spielmannszugs den Takt und ist als Organisator des Kolping-Ferienlagers aktiv. Die Bereitschaft von Martin Weiß, nicht nur voranzugehen, sondern auch andere mitzuziehen, strich der Laudator als dessen besondere Eigenschaft heraus: „Wer mit ihm gemeinsam aktiv ist, darf sich darauf verlassen, dass alle für einen arbeiten, weil einer für alle arbeitet.“

Weiß hatte kaum die Gratulation des Bürgermeisters entgegengenommen, da teilte er den Bürgerpreis schon mit Ehefrau Anke: „51 Prozent gehören Dir.“ Dass ihm die Ehrung zuteil wurde, habe ihn total überrascht, räumte Weiß ein und auch, dass er die Bitte um Rückruf aus dem Bürgerbüro erst gar nicht hatte erfüllen wollen („Ich dachte, ich soll was machen“). Dann sei er allerdings lange sprachlos gewesen („Das will was heißen“).

Wie vielschichtig das Engagement der Ehrenamtler der Ascheberger Tafel ist, beschrieb Vorsitzender Martin Hörster den Gästen der Bürgerpreisverleihung. „Es sind die Kümmerer, die sich unermüdlich einbringen. Es sind die Mitmacher, die dem bürgerlichen Ehrenamt das Gesicht geben“, schrieb er stellvertretend für alle Tafel-Helfer Marita Bautz, Toni Entrup, Hildegard Fenski, Udo Gramlich, Ute Henrotte, Wolfgang Prahl, Anette Schwipp, Renate Westerholt, Manfred Theil und Ursula Zumdick ins Stammbuch, die sich seit deren Gründung für die Tafel engagieren. Neben der oft anstrengenden körperlichen Arbeit, brächten die Helfer Licht in die Dunkelheit und spendeten Trost und Hoffnung.

Hörster: „Es ist die Tragik unserer Zeit: Die Menge wertlos gewordener, aber noch verzehrfähiger Lebensmittel wird größer und die Menge der Menschen, die am unteren sozialen Rand unserer Gemeinschaft leben, wird größer.“

Hildegard Fenski bedankte sich im Namen aller für den Bürgerpreis: „Es ist uns eine Ehre, dass wir dazugehören“, sagte sie bescheiden.

Beim Organisationsteam des Ferienlagers des SV Herbern war die Freude über die Anerkennung ebenfalls groß. Dass es mit dem Bürgerpreis im Jahr des 100. Jubiläums des SV Herbern geklappt hatte, machte auch den SVH-Vorsitzenden Jürgen Steffen stolz. Die Fahrten mit vielen Abenteuern, Spaß, Sport und Spiel seien jedes Mal ein tolles Erlebnis, berichtete er. Thomas Kirschner, Rainer Nienhaus, Jürgen Pettendrup, Mario Nienhaus, Maximilian Eickholt, Henrik Schuschel, Jonas Gründges, Laura Brockmeier, Katharina Heimann, Marie Nienhaus, Marie Kruckenbaum, Michaela Messmaker, Kathrin Lohoff, Robert Heitmann und Dennis Heitmann brächten nicht nur Engagement und Kreativität ein, sie übernähmen auch Verantwortung, so Steffen. Selbstverständlich sei auch, dass sie die notwendigen Voraussetzungen wie die Juleica-Schulung und Kenntnisse in Erster Hilfe erwerben.

Zu den Gratulanten zählten die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Maria Schulte-Loh und Petra Haverkamp. Musikalisch begleitete Lukas Bücker den Abend am Flügel.

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