Kammer der Tränen: 

Ascheberger Autor schreibt Thriller über den Vatikan

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Dr Dr. Ingo-Maria Langen an seinem Arbeitsplatz.

Ascheberg -  Schwarzkontenaffäre, Geldwäsche, Korruption in der Kurie. Und als wäre dies nicht genug, rüttelt der Skandal um den systematischen Missbrauch Minderjähriger an den Grundfesten des Vatikans. Denn die Täter sind Priester der katholischen Kirche. Der Papst tritt zurück und ein machtbewusster Spieler bringt sich für die Nachfolge in Stellung. Mit „Kammer der Tränen“ hat der Ascheberger Autor Ingo-Maria Langen einen spannenden Vatikanthriller vorgelegt, der sich auf Basis exakt recherchierter Fakten dicht an der historischen Wirklichkeit bewegt.

Zwei Staatsanwältinnen und ein Commissario sollen Licht ins Dunkel bringen, die verwobenen Handlungsstränge entflechten – und sind dabei selbst in eine Dreiecksbeziehung verstrickt. In seinem gerade im Chili-Verlag erschienenen Roman führt der Ascheberger Autor nach zweijähriger intensiver Recherche komplexe Handlungsfäden zusammen und lässt sie in die fiktive Handlung des 416 Seiten starken Thrillers münden.

 „Die dunkle Seite einer strahlenden Institution“

 Im belletristischen Gewand wirft das Buch ein Schlaglicht auf Religion, Finanzwirtschaft und organisiertes Verbrechen, bleibt dabei authentisch und zieht eben daraus seine Brisanz. Es geht um die Macht im Vatikan wie in der Politik, um theologische Themen und um die italienische Gesellschaft. „Es zeigt die dunkle Seite einer strahlenden Institution“, sagt der Autor, dessen Roman eine intensive Literaturrecherche vor allem auch historischer Werke in Universitäts- und Landesbibliothek sowie weitere Archive zugrunde liegt. Er betont zugleich, dass es ihm nicht um Bloßstellung gehe, wohl aber um ein positives Verständnis aus kritischer Distanz, gemessen an der Philosophie. Der Kontrast von „Hell und Dunkel“ fasziniert den Wissenschaftler, der an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Philosophie, Politikwissenschaften und Pädagogik studierte und in den beiden letztgenannten Disziplinen Doktortitel erwarb. Sein großes Interesse für Italien, dessen Kunst, Geschichte, Landschaften und Gesellschaft hat ihn in zahllosen Reisen immer wieder ins Land geführt. Kein Wunder, dass die Schilderungen der Romanschauplätze dem Leser als reale Straßenkarten taugen könnten. 

Wechselspiel von hell und dunkel 

Als Langen 2006 eine Ausstellung des italienischen Barockmalers Caravaggio (1571 bis 1610) in Düsseldorf besuchte, ist er beeindruckt von der Unheimlichkeit und Tiefe der Malerei. „Der Betrachter wird ins Bild hineingezogen“, bewundert er Caravaggios „hochbegnadetes Talent, die Figuren im Wechselspiel von hell und dunkel in Szene zu setzen“. Das Nebeneinander von Darstellungen menschlicher Abgründe und der Barmherzigkeit in den Werken des Malers beschäftigen und inspirieren Langen. Sein Fokus richtet sich fortan verstärkt auf religiöse Themen, die schließlich ihren literarischen Ausdruck in seinem Buch finden. 

Für den Leser beginnt in „Kammer der Tränen“ nicht nur eine detektivische Spurensuche, er wird in die innere Auseinandersetzung der Figuren hineingezogen. Währenddessen agiert eine Figur wie die Spinne im Netz, die den Missbrauchsskandal für eigene Zwecke zu instrumentalisieren weiß und nur ein Ziel hat: das höchste Amt im Kirchenstaat. Die ersten Leserreaktionen sind positiv, berichtet Ingo-Maria Langen und freut sich besonders über Fragen nach einer Fortsetzung. Die ersten Vorbereitungen dafür liefen auch schon, verrät er, belässt die Handlung aber vorerst im Dunkeln.

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