Anlieger vom Südfeld Ost klagen über Ausbreitung von Pflanzensamen

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Edeltraud Gensemeyer, Anliegerin im Südfeld, ärgert sich über den Distelsamen, der sich in ihrem Garten verteilt.

Herbern - Anlieger der Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Südfeld Ost in Herbern machen derzeit trotz Sommerhitze alle Schotten dicht. Auch der Aufenthalt auf der Terrasse und im Garten sei kaum auszuhalten, berichtet Taxi-Unternehmerin und Anliegerin im Südfeld 16, Edeltraud Gensemeyer, im Gespräch mit dem WA.

Grund für den Rückzug sind zahllose Samenstände von Disteln vom Feld nebenan. Diese setzen sich in jede Ritze und überziehen Pflanzen, Hecken, Beete und Flächen aller Art mit einem weißen Flaum. Das sitze auf den Gartenmöbeln, hafte an der Kleidung und werde bis ins Haus getragen, schildert Gensemeyer. „Am Samstagnachmittag war das wie Schnee“, beschreibt sie, was der Wind massenhaft herüberträgt. 

Auch Nachbarin Ute Pund bestätigte gegenüber dem WA: „Man kann sich draußen nicht aufhalten.“ Im Hausinneren bleibe man ebenfalls nicht verschont, beschreiben die Anlieger und berichten von unangenehmen Begleiterscheinungen wie tränenden Augen und Atembeschwerden. Beide Familien haben die Gemeindeverwaltung telefonisch informiert und auch Bernhard Pettendrup, stellvertretender Bürgermeister für Herbern, angesprochen.

Brachfläche dicht mit Wildpflanzen bewachsen

Die Erweiterungsfläche für das Gewerbegebiet Südfeld Ost wird nicht bewirtschaftet und gepflegt. Sehr zum Ärger der Anwohner, die sich durch die Ausbreitung der Pflanzensamen belästigt fühlen.

Zum Hintergrund: Die Gemeinde Ascheberg plant bekanntlich auf einem rund drei Hektar großen Grundstück die Erweiterung des Herberner Gewerbegebietes. Während dieser Bereich zuvor landwirtschaftlich genutzt wurde, liegt er nun brach. Voraussichtlich 2019 kann die Erschließung beginnen. Inzwischen ist die temporäre Brachfläche dicht mit Wildpflanzen bewachsen. Sie ist im Besitz der Ascheberger Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft (AGEG), einer 100-prozentigen Tochter der Gemeinde. 

Einer ihrer Geschäftsführer ist Peter Kaufmann. Er könne die Klagen der Anlieger nachvollziehen, räumte er auf Nachfrage ein. Doch einem Mähen der Fläche stehe der politische Wille in der Gemeinde entgegen, verwies er auf die Entscheidung des Rates aus den Frühjahr. Mit Blick auf eine Verbesserung der Artenvielfalt sei es Konsens, die gemeindlichen Flächen nicht mehr zu mähen und sogar Blühwiesen anzulegen, ergänzte er. Am Dienstagmorgen erst habe man dies beim Gespräch in der Fachgruppe besprochen. 

Kompromisslösung soll diskutiert werden

Nachdem die früher geltende Unkrautverordnung weggefallen sei, habe das Ordnungsamt auch keine Handhabe mehr, das Mähen anzuordnen, schilderte Kaufmann. Gleichwohl werde das Thema im Haus diskutiert, antwortete er auf die Frage nach einer Kompromisslösung, die den geplagten Anliegern Entlastung bringen könnte.

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