Aktionsbündnis gegen Gasbohren gegründet

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Gruppen aus NRW und Niedersachsen schlossen sich zum Aktionsbündnis gegen Gasbohren zusammen. ▪

HERBERN ▪ „Vor Ort kann jeder etwas tun, aber auf rechtlicher Ebene braucht man eine große Schlagkraft“, glaubt Karlheinz Röcher vom Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen.

Gemeinsam mit Heike Wentland von der Bürgerinitiative für saubereres Trinkwasser (BIST) Herbern trommelte er deshalb am Mittwochabend alle Bürgerinitiativen der Umgebung zu einem Treffen im Jochen-Klepper-Haus in Herbern zusammen – und der Abend verlief für die engagierten Bürger äußerst erfolgreich. „Es ist kaum zu glauben, aber wir haben ein Aktionsbündnis gegen unkonventionelles Erdgasbohren ins Leben gerufen“, freut sich Röcher.

In dieser übergeordneten Form der Organisation haben sich vor allem die vielen neu gegründeten Bürgerinitiativen „Gegen-Gasbohren“ (BIGG) und der Landesverband Bergbaubetroffener NRW (LVBB) zusammengefunden.

„Wir haben zahlreiche Vorgespräche geführt und daraus war schon eine gewisse Einigkeit erkennbar“, so Röcher. Denn die Mitglieder der Initiativen fühlen sich durch die Planungen einer unkonventionellen Erdgasförderung nicht nur betroffen, sondern regelrecht bedroht (wie berichtet).

Auf Einladung der BIST waren 20 Vertreter der einzelnen Bürgerinitiativen aus Hamm, Werne, Bergkamen, Rheinberg, Voerde-Dinslaken-Duisburg, Dorsten-Altendorf-Ulfkotte sowie Lünne in Niedersachsen gekommen. Ebenfalls anwesend waren die Vorstandssprecher des LVBB und deren Geschäftsführer. Terminlich verhindert waren die Bürgerinitiativen aus Borken, Nordwalde und Drensteinfurt. „Es ist schwierig, immer alle unter einen Hut so bekommen“, sagte Röcher dazu, „doch wir werden alles versuchen, um so viele wie möglich zu bündeln“.

Denn die Problematik im Kampf gegen die Planungen zu unkonventioneller Gasbohrung ist eine besondere: Das Gesetz, insbesondere das Bundesberggesetz, scheint auf Seiten der Gasbohrer zu stehen. „Alleine können wir den Kampf nicht bestreiten, vor allem nicht, weil der Gegner derzeit noch alle Möglichkeiten hat“, sagt Röcher dazu. „Nur gemeinsam können wir das Thema in die Breite tragen. Die Politik muss spüren, dass sich etwas tut.“

Auf Dauer sei dies ein anstrengender Kampf – und es gelte vor allem, dabei die Ressourcen zu schonen. „Irgendwann ist man ausgebrannt, deswegen brauchten wir dieses Aktionsbündnis.“

Am Ende der Veranstaltung am Mittwoch mit intensiven Diskussionen stand folgendes Resultat: Nur durch eine Änderung des Bundesberggesetzes mit dem Ziel, den Schutzgütern Mensch und Wasser die höchste Priorität einzuräumen, könne das Ganze letztlich noch gestoppt werden.

In einer offiziellen Erklärung schrieb das neue Aktionsbündnis gegen unkonventionelles Erdgasbohren, dass man „alle zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel einsetzen“ werde, „um dieses Ziel zu einem gesellschaftlichen Konsens zu machen. Dazu gehören weitere Informationsveranstaltungen vor Ort, weitere Aktionstage und sicherlich auch weitere Demonstrationen.“ ▪ tat

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