250 Besucher in Drensteinfurt

Volles Haus beim WA-Rededuell zur Wahl

Drensteinfurt - Die Plätze in der Realschul-Aula reichten nicht aus, so groß war das Interesse am WA-Rededuell zwischen Drensteinfurts Bürgermeister Paul Berlage und seinem Herausforderer Carsten Grawunder gestern Abend. Rund 250 Besucher hörten sich an, was beide Kandidaten zu Themen, wie Fracking, Soziales oder Innenstadtkonzept zu sagen hatten.

Zuerst stand jedoch die Frage von WA-Redakteur und Moderator Andreas Wartala, warum jemand Bürgermeister bleiben oder noch werden will. „Weil es mir unglaublich viel Freude macht“, so Berlage. „Ja, ich glaube, das könnte mir auch Spaß machen“, sagte Grawunder, der sich diesen Schritt wohl überlegt habe.

Ein großes Thema, das während der über zweistündigen Diskussion großen Raum einnahm, war die Innenstadtentwicklung. Hierzu erreichten dem WA zahlreiche Leserfragen. Der Bürgermeister gab sich als ausgewiesener Fachmann aus, schließlich habe seine Verwaltung zusammen mit den Bürgern das „Handlungskonzept Innenstadt“ erarbeitet. „Die Innenstadt und die Parkplatzsituation, das ist ein riesiges Thema“, so der Amtsinhaber. Grawunder konterte mit der fehlenden Verkehrssicherheit an einigen Punkten in der Stadt. „Da gibt es noch eine Menge Defizite“, so der Herausforderer.

Daran anschließend gab es eine größere Auseinandersetzung um die Situation des Handels und des Gewerbes in der Innenstadt, sowie in der ganzen Stadt. „Ich finde, der Wochenmarkt gehört auf den Marktplatz, nicht in eine Nebenstraße“, positionierte sich Grawunder in dieser Frage deutlich. Berlage entgegnete: „Die Marktbeschicker wollen das nicht unbedingt und der Straßenbelag ist dafür nicht geeignet.“ Dafür sei ein tolles Konzept, auch mit der Kaufmannschaft, erarbeitet worden, doch neue Geschäfte anzulocken, sei mühsam. „Sie haben zwar Konzepte, aber manchmal muss man mit kleinen konkreten Maßnahmen auch beginnen“, so Grawunder.

Ein bewegendes Thema für die Kontrahenten, aber auch für die Besucher, war das von Exxon Mobile angestrebte Fracking. Carsten Grawunder, Mitbegründer der BIGG, konnte als Experte auf diesem Feld klar verständlich Rede und Antwort geben. „Die BIGG hat es relativ schnell geschafft, ein einheitliches Meinungsbild, das kritisch ist, zu erzeugen“, sagte der 47-jährige. Doch liege es an den Bürgermeister einer Gemeinde noch mehr auf die zuständige Bezirksregierung Arnsberg einzuwirken. Berlage sagte: „Ich bin unter den Bürgermeisterkollegen der Fracking-Gegner. Doch die BIGG hat hier hervorragende Arbeit geleistet.“

Weitere Themen des Abends waren Soziales und Jugendarbeit, Gewerbeentwicklung, Wohnangebote für verschiedene Alterstufen oder auch der Erhalt der städtischen Infrastruktur.

Es war ein Duell, in dem der Amtsinhaber Berlage auf die bereits erzielten Erfolge seiner zwei Amtszeiten verwies und sich als erfahrener Bürgermeister präsentierte. Grawunder zeigte sich als bürgernah, um klare Worte bemüht und als ein Herausforderer, der neue Ideen für Drensteinfurt entwickeln möchte. - jdw

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