Wirtschaftliche Katastrophe

Zehn Wochen geschlossen: Vor einem Jahr eröffnete Christoph Breer seinen Friseursalon, dann kam Corona

Mit extra Spuckschutz, aber derzeit ohne Kunden: Christoph Breer hat vor genau einem Jahr einen neuen Friseursalon in Walstedde eröffnet, Corona-bedingt musste er allerdings zehn von 52 Wochen seinen Salon schließen.
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Mit extra Spuckschutz, aber derzeit ohne Kunden: Christoph Breer hat vor genau einem Jahr einen neuen Friseursalon in Walstedde eröffnet, Corona-bedingt musste er allerdings zehn von 52 Wochen seinen Salon schließen.

Im Friseursalon von Christoph Breer an der Dorfstraße sind die Stühle wie in allen anderen Salons leer. Im Lockdown dürfen Friseure nicht öffnen. Es bleibt also Zeit, einen Blick zurückzuwerfen.

Walstedde – Vor einem Jahr, am Donnerstag, 14. Januar, stand der Friseurmeister Christoph Breer zum ersten Mal als Chef im eigenen Salon und schnitt seinen Kunden die Haare. Hinter ihm liegen 52 intensive Wochen, in der sich Arbeit, Hoffnung und Niedergeschlagenheit die Waage hielten. Doch obwohl er auf insgesamt zehn Schließungswochen kommt, blickt der Walstedder optimistisch in die Zukunft. „Ich hatte unterm Strich ein erfolgreiches Jahr“, resümiert er und stellt fest: „Meine Stammkunden sind mit mir nach Walstedde gekommen, ich konnte viele neue Kunden gewinnen, mein Team ist super, und die Arbeit macht uns allen Spaß.“

Sein erstes Jahr hat sich der junge Friseurmeister dennoch völlig anders vorgestellt. „Ich wollte arbeiten, einen guten Job machen und wachsen“, erklärt er. Niemand habe sich denken können, dass es einen Lockdown geben könnte und Friseure über Wochen ihre Salons schließen müssten. Alle Hygienemaßnahmen habe er erfüllt, um im Mai wieder öffnen zu dürfen, und sich dann mit doppeltem Eifer in die Arbeit gestürzt, um die Zeit aufzuholen und die Kunden zu bedienen, die lange Zeit nicht kommen durften.

Viel Zuspruch von Kunden

Seinen geplanten Jahresurlaub im Sommer habe er dann sogar spontan auf eine Woche reduziert. Trotz Corona sei er mit seiner Arbeit zufrieden gewesen, auch dank seines Teams, das immer bereit war, alle Regeln mitzumachen. Aber vor allem habe ihn der große Zuspruch seiner Kunden bestärkt und motiviert.

Dass der zweite Lockdown im Dezember kam, habe er befürchtet, aber nachvollziehen konnte er die Maßnahmen nicht. „Wir haben alle Hygienevorschriften eingehalten, extra einen Spuckschutz eingebaut, desinfizieren regelmäßig und alle tragen Schutzmasken“, sagt er. Seiner Meinung nach sei der Friseurbesuch nicht gefährlich. „Viele Kunden am Telefon sind da der gleichen Meinung“, versichert er.

Friseurmeister blickt weiter optimistisch in die Zukunft

Zudem sei ihm aufgefallen, dass weder im November noch im Dezember jemand vom Team erkältet war. Angesichts des physischen und psychischen Drucks sei das erstaunlich, findet Breer. In den vergangenen Jahren seien Erkältungen in den Wintermonaten eher normal gewesen.

Die zweite Schließung habe er als besonders schwierig empfunden. „Den Laden zuzumachen und nicht zu wissen, wann es weitergeht, ist nicht schön“, macht er deutlich. Obwohl er optimistisch sein will, gibt er zu: „Ich glaube nicht, dass wir Ende Januar wieder öffnen dürfen.“ Und doch ist sein Terminkalender in den ersten beiden Februarwochen bereits voll. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, erklärt er seine Philosophie. Kommt es anders, müssten die Termine nach hinten verschoben werden.

Corona wirtschaftlich eine Katastrophe

Corona, so resümiert er, sei wirtschaftlich gesehen eine Katastrophe. Er könne nur hoffen, dass die Regierung eine entsprechende Hilfe für die Betroffenen gewährt. „Ich könnte jetzt viel schimpfen und klagen, aber das bringt mich nicht weiter“, schätzt er die Situation realistisch ein. Stattdessen blickt der 33-Jährige nach vorne, hat sogar eine neue Mitarbeiterin eingestellt. „Eigentlich sollte sie Anfang Januar ihre Arbeit antreten, jetzt muss sie warten, bis der Salon wieder öffnen darf“, informiert er.

Abschließend bleibt Christoph Breer nur noch festzustellen: „Es wird weitergehen. Ich will arbeiten, mein Team will arbeiten – und ich weiß, dass meine Kunden es kaum erwarten können, endlich wiederkommen zu dürfen.“

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