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Zäpfchen statt Tabletten: Medikamentenmangel auch in Drensteinfurt

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Von: Sascha-Nikolai Paschedag

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Das Kind hat Fieber. Die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen helfen dann – in Fiebersaft, Tabletten oder Zäpfchen. Doch aktuell ist es schwierig, Ibuprofen-Säfte für Kinder zu bekommen.
Das Kind hat Fieber. Die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen helfen dann – in Fiebersaft, Tabletten oder Zäpfchen. Doch aktuell ist es schwierig, Ibuprofen-Säfte für Kinder zu bekommen. © Christin Klose

Vielerorts leiden die heimischen Apotheken an Lieferengpässen bei den Medikamenten. So sind deswegen einige der Arzneien derzeit nur schwerlich oder gar nicht mehr zu erhalten. So auch in den Apotheken von Drensteinfurt.

Drensteinfurt – „Die Situation ist derzeit sehr schwierig und angespannt“, sagt Kerstin Kämmerer, Inhaberin der Wagenfeld-Apotheke an der Wagenfeldstraße. „Wir versuchen derzeit, an den Engpässen vorbeizuregulieren, um die Nachfrage bedienen zu können.“

Medikamentenmangel in Drensteinfurt: Tabletten mit anderer Dosierung

Das bedeutet unter anderem, dass Tabletten mit einer anderen Dosierung an die Kunden verteilt werden würden. „Wir geben unseren Kunden selbstverständlich ganz genau zu verstehen, dass sie nun zum Beispiel nur eine halbe Tablette zu nehmen haben“, versichert Kämmerer. „Das sorgt allerdings auch bei uns für einen Mehraufwand, da wir dann bei den Dosierungen auch selbst alles umrechnen müssen.“ In anderen Fällen müsse man derzeit auf Zäpfchen statt auf Tabletten zurückgreifen, um die Nachfrage zu bedienen.

Besonders betroffen seien eine ganze Palette an Medikamenten. „Derzeit ist es für die Kunden schwierig, Ibuprofen-Säfte für Kinder zu bekommen“, sagt die Apothekerin. Dazu kämen Mittel, die gegen Bluthochdruck, Magenprobleme oder Durchfall helfen. „Ebenfalls fällt es derzeit zunehmend schwer an Kodein zu kommen, dass gegen Husten hilft“, so Kämmerer weiter.

Lieferengpässe bei Medikamenten: Viele Rohstoffe aus Asien

Als Grund für die aktuell angespannte Lage sehen viele Experten die schwierige Lage in den Lieferketten, denn grade in Asien werden heutzutage viele der Medikamente hergestellt, die hierzulande verkauft werden. Kämmerer sieht aber noch einen zusätzlichen Effekt, die die aktuelle Situation noch verstärkt. „Viele Menschen und auch Apotheken bevorraten sich“, so Kämmerer. „Die Menschen, die jetzt noch ein paar Arzneien zu Hause haben, würden sich normalerweise denken, dass es für den Notfall noch reichen würde“, sagt Kämmerer. „Doch nun, mit den Engpässen, will man sich doch lieber bevorraten.“

Auch die Stadt-Apotheke am Honekamp spricht von Engpässen bei Medikamenten, die die Mitarbeiter und Kunden derzeit erleben. „Die Situation gibt es jetzt schon einige Zeit“, sagt Inhaber Lothar Schäfer. „Ich gehe davon aus, dass sich die Situation in der kommenden Zeit nicht ändern wird.“

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