Corona-Lockerungen

Wirte rüsten sich für Neustart: Hammer Poat, Schlossbistro und Mopsgarten warten auf besseres Wetter

Großes Aufräumen: Ulla Klimas vom Schlossbistro fegt und beseitigt Moos von ihrem Vorplatz und hofft vor allem auf besseres Wetter.
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Großes Aufräumen: Ulla Klimas vom Schlossbistro fegt und beseitigt Moos von ihrem Vorplatz und hofft vor allem auf besseres Wetter.

In den letzten sechseinhalb Monaten durften Gastronomen ihre Kneipen nicht öffnen. Ab Montag dürfen Gäste zumindest draußen unter Einhaltung der Auflagen wieder bedient werden.


Drensteinfurt – In Drensteinfurt müssen sich die Menschen wohl noch eine Weile gedulden, ehe die Wirte ihre Biergärten öffnen. Obwohl die Freude über die Corona-Lockerungen groß ist, wollen die Gastwirte dieses Mal auf Nummer sicher gehen, ehe sie bestellen. Auch die unerfreulichen Wettervorhersagen trüben den Optimismus.

Ulla Klimas wird das Schlossbistro am Montag noch nicht öffnen. „Ich warte erst noch den Wert vom Wochenende ab“, erklärt sie. Bleibe der Wert stabil, werde sie am Donnerstag öffnen. Mit viel Elan hat sich die Pächterin des Schlossbistros am Samstag in die Arbeit gestürzt. Der Boden musste vom Moos und Unkraut befreit werden, die Tische und Bänke sauber geschrubbt und die Beleuchtung gesäubert und aufgehängt werden.

Wirte rüsten sich für Neustart: Mehraufwand wegen Corona-Auflagen

Doch nicht nur draußen, sondern auch drinnen gibt es viel zu tun. Sämtliche Elektrogeräte warten darauf gesäubert und kontrolliert zu werden. Dazu gehören Geschirrspüler, Kühlschrank und Kaffeemaschine. Die Bierleitung muss gereinigt und der Zapfhahn angebracht werden. Hinzu kommt der Mehraufwand für die Corona-Maßnahmen. Weil sie mit der Luca-App zur Kontaktverfolgung arbeitet, laminiert sie den QR-Code für jeden Tisch ein. „Wir sind dafür verantwortlich, dass die Gäste sich an alle Maßnahmen halten“, sagt sie. Darum wird sie eine Aushilfe mehr einstellen müssen. Eine Person, die die Gäste zu ihrem Tisch führt und darauf achtet, dass alle korrekt einchecken oder einen Zettel mit Namen und Adresse ausfüllen. In den Biergarten kommt man nur von vorne, denn hinten verhindert ein Seil, dass jemand ohne Kontrolle Einlass findet.

Alle Vorschriften können ausgedruckt nachgelesen werden. „Es ist ein Schilderwahnsinn“, sagt Ulla Klimas und fügt hinzu: „Ich setze alle Maßnahmen um, Hauptsache ich kann endlich wieder öffnen.“ Und darauf freut sich die Pächterin „tierisch“. Ebenso froh ist auch ihr gesamtes Team – und natürlich die Gäste. „Ich habe schon etliche Reservierungen“, freut sie sich. Es sei zwar nicht zwingend notwendig zu reservieren, aber sie empfehle es. „Wenn ein Tisch frei ist, findet jeder Einlass.“ Jedoch dürfe sie zunächst nur zwei Haushalte mit maximal fünf Personen an jedem Tisch bedienen. Nicht berücksichtigt werden Kinder unter 14 Jahren. Im Moment ist sie optimistisch. „In der nächsten Woche könnte der Inzidenzwert schon unter 50 sein“, hofft sie. Dann dürfen bald draußen drei Haushalte mit zehn Personen bedient werden und Innengastronomie sei auch wieder erlaubt.

Wirte rüsten sich für Neustart: Die Regeln

Jeder Gast müsse einen negativen Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorweisen. Nach Vorlage des Impfausweises müssen vollständig Geimpfte (14 Tage nach der letzten Impfung), innerhalb der letzten sechs Monate Genesene und Menschen, die vor mehr als sechs Monaten eine Coronainfektion durchgemacht haben und vor 14 Tagen mindestens eine Impfung erhalten haben, keinen Test vorlegen.

Die Speisekarte für den Donnerstag steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass es was zu essen gibt. „Ich entscheide Anfang der Woche spontan“, versichert sie. Das Wetter spiele auch eine Rolle, obwohl man am Schlossbistro dank der großen Sonnenschirme und der Markise auch bei leichtem Regen draußen sitzen könne.

Großes Aufräumen: Sven Feseler, Wirt des Hammer Poat, reinigt die Tische in seinem Biergarten.

Wirte rüsten sich für Neustart: Es lohnt sich nicht für jeden

Bei Sven Feseler ist von Euphorie nichts zu spüren. Stattdessen überwiegt beim Wirt des Hammer Poat die Skepsis. Frühestens Donnerstag werde er öffnen, aber nur, wenn das Wetter mitspiele. Trotz der Zahlen seien die Auflagen noch immer so hoch, dass es sich für ihn finanziell nicht lohne. „Wenn ich öffne, dann nur für meine Gäste, die schon so lange darauf warten.“ Am Montag werde er Getränke bestellen. Es sei nicht sicher, ob die rechtzeitig geliefert werde. „Im Moment bestellen ja alle“, sagt er. Tatsächlich habe er Sorge, sich das Kühlhaus voll zu machen und er, wenn die Zahlen wieder steigen, er zum dritten Mal alles wegschmeißen müsse. 20 Kisten und vier Fässer waren es nach dem letzten Lockdown. Wie viel von seinem Lagerbestand jetzt abgelaufen ist, werde er am Montag kontrollieren.

„Viel zu kalt, bei 13 Grad und Wind kommt hier keiner“, versichert Bernhard Averdung, Besitzer des Mops-Garten. Man habe in Drensteinfurt nicht den Publikumsverkehr wie in Münster. Hinzu käme die Pflicht des Testnachweises, die sicher einige Gäste fernhalte. „Wir öffnen unseren Biergarten zum Pfingst-Wochenende, aber nur wenn das Wetter mitspielt“, sagt Averdung.

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