Schrauber verkauft 67 Motorräder und 150 Motoren

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Walstedde – Der Herrensteiner Werner Post ist Motorradtüftler aus Leidenschaft. In seinem Garten hinter dem Haus steht eine perfekt eingerichtete Motorradwerkstatt, endlose Stunden hat der 76-Jährige hier verbracht. Hat uralte Motorräder in „fabrikneue“ Zweiräder verwandelt und so manche Reparaturen durchgeführt. Ab Freitag, 4. Oktober,  möchte er sich mit einem Hoftrödelmarkt von 67 Motorrädern, Werkzeugen, Maschinen, fast 400 Kisten mit Ersatzteilen und 150 Motoren verschiedenster Modelle trennen.

Am Ende möchte er nur noch ein Motorrad, eine NSU Max aus dem Jahr 1953, behalten. Eine zweite baugleiche Maschine befindet sich in Arbeit. Der einzige Unterschied, so verrät er augenzwinkernd, wird ein Beiwagen sein.

Fast sein ganzes Leben hat Werner Post geschraubt und getüftelt, dabei fing seine berufliche Zukunft gar nicht so rosig an. „Nach der Volksschule habe ich einige Jahre in der Fabrik gearbeitet, um Geld zu verdienen“, erzählt er. In seiner Freizeit arbeitete er sich in die Technik der Motorräder ein, der Walstedder kaufte sich eine Kreidler. Er verschlang Fachmagazine und hatte sich schnell dermaßen spezialisiert, dass er mit einer Sondergenehmigung des Regierungspräsidenten die Meisterschule besuchen durfte. Mit Recht darf er darauf stolz sein, diese ohne vorherige Ausbildung und Gesellenzeit als Bester abgeschlossen zu haben. Seitdem hat der Zweiradmechaniker-meister 48 Lehrlinge ausgebildet.

Hobby zum Beruf gemacht

Werner Post sagt selber: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ In seinem gesamten Leben war der Motorradliebhaber sehr aktiv. Zuerst als Selbstständiger verschlug es ihn nach Polen, wo er eine Fahrradfabrik aufbaute. Später kehrte er beruflich in heimische Gefilde zurück und tunte fortan Motoren für die Gespanne auf dem Nürburgring. Zum Ende seiner Berufszeit übernahm er für einige Jahre die Leitung einer Fahrradfabrik in Thüringen.

Mit Beginn des Rentenalters legte sich Post aber nicht auf die faule Haut. In seiner Werkstatt schraubte er weiter wie eh und je und war mit seinem Fachwissen bereit zu helfen, wenn er gebraucht wurde. Er belegte sogar einen Computerkurs bei der Kolpingsfamilie in Drensteinfurt, um seine eigene Internetseite zu erstellen und und aktuell zu halten. Fortan stand sein Können und Wissen weit über die Grenzen Walsteddes zur Verfügung. Manchmal erhielt er auch Hilferufe außerhalb Deutschlands.

Viele Motocrossrennen gewonnen

Doch Werner Post hat auch selber aktiv Rennen im Motocross gefahren. Seine zahlreichen Pokale stehen in einem separaten Raum des Hauses. Darüber hinaus war er Mitglied in etlichen Motorradclubs, rief den MSC Walstedde ins Leben, dem er bis heute als Präsident vorsteht. Unzählige Bikertreffen hat er auf seinem Grundstück organisiert.

Werner Post versteht sich selber als Old- und Youngtimer, so ergibt sich, dass er ab Freitag alte und neuere Motorräder und Ersatzteile anbieten kann. Sein ältestes Motorrad, eine Miele, stammt aus dem Jahr 1936, fast ebenso alt ist die Wanderer von 1938. Auch wenn sich der 76-Jährige von einem Großteil seiner Werkzeuge und allen Motorrädern trennen will, mit dem Schrauben hört er noch lange nicht auf. „Das hält im Kopf fit“, sagt er.

Ersatzteile baut er notfalls selbst

Ein „das kann ich nicht reparieren“ gibt es für ihn nicht. Sind die Ersatzteile nicht mehr zu bekommen, so baut er sich passende neu, und hat er nicht die richtigen Werkzeuge, werden auch diese gebaut. Werner Post wird auch in Zukunft keine Langweile haben. Neben Ausfahrten mit seinem Motorrad oder auch mal mit dem E-Bike bleibt seine Werkstatt sein zweites Zuhause.

Hoftrödelmarkt 

Der Hoftrödelmarkt von Werner Post an der B 63, Herrenstein 32 ist täglich von Freitag, 4. Oktober, bis Sonntag, 20. Oktober, jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

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