Zu wenig Schüler: Teamschule vor dem Aus

Drensteinfurt – Mit 49 Anmeldungen zum Schuljahr 2019 verzeichnete die Teamschule die niedrigsten Anmeldezahlen seit ihrer Gründung im Jahr 2014. Bleiben die Zahlen in den nächsten Jahren weiter so gering, muss die Schule geschlossen werden. Mit diesen Fakten schockierte Ulrike Lexis vom Planungsbüro Dr. Garbe-Lexis & von Berlepsch am Donnerstagabend die Mitglieder des Schulausschusses.

Um die weitere Schulentwicklungsplanung in der Stadt Drensteinfurt zu erfassen, hatte die Stadtverwaltung das Planungsbüro beauftragt, um von externer Seite gut strukturiert und fachlich fundiert ein Ergebnis zu bekommen. Diese kam zu einem schockierenden Ergebnis: Erschreckend sei die Wechselzahl der Kinder von der Grundschule zur Sekundarschule. Hierbei unterscheidet sich die Quote von Grundschule zu Grundschule. Erfreulich allerdings sei der Anteil der angemeldeten Kinder von auswärts.

 „Der Anteil der einheimischen Kinder ist aber beschämend gering“, so Lexis. Die Prognose des Institutes: „Die Schule erreicht die Mindestquote von 60 Schülern in den nächsten Jahren nicht.“ Auch wenn es immer wieder Jahre gebe, in dem einige Jahrgänge zahlenmäßig höher seien. Von 2014 bis 2019 verzeichne sich ein fortschreitender Abwärtstrend. Anhand der hohen Abgangszahlen sei dieser eigentlich nicht zu erwarten. „Schreibt sich der Trend aber dennoch weiter fort, ist die Schule nicht zu retten“, sprach die Expertin klare Worte. „49 Kinder sind zu wenig!“ Gemessen werde immer an den Eingangsjahrgängen, so Lexis. Man könne die Schule so weiterfahren, aber man muss sich kümmern, um die einzige weiterführende Schule am Ort zu halten.

Gefordert ist die Zusammenarbeit aller Schulen, Politik und Stadt. Das schaffe die Sekundarschule nicht alleine. „Es gibt auch andere Schulen mit ihren Problemen. Aber auch Beispiele wie die Schule in Olpe, die zeigt, dass es gut funktionieren kann“, so die Expertin. Erschwerend in Drensteinfurt sei, dass es außerhalb viele gute Alternativen gebe. „Das macht es nicht leichter.“ Nur 29 Prozent der 150 bis 200 eigenen Viertklässler wechseln auf die Sekundarschule, 70 Prozent verlassen den Ort. „Das ist kein guter Wert, damit ist der Standort nicht stabil“, bekräftigte sie ihre Erkenntnis. „Es ist wichtig, dass alle vorhandenen Schulen eine Gemeinschaft von Schulen sind, die aufeinander angewiesen sind.“ 

Für die Schulplanerin gibt es keine Erklärung dafür, warum die heimischen Schüler nicht zur Teamschule gehen. Qualitativ gebe es keinen Grund, warum die Schule nicht gewählt werde. „Die Qualitätsanalyse ist überdurchschnittlich, die Übergangsquote in Ausbildungen sehr gut, die Schüler erreichen gute Abschlüsse, die Medien und Raumausstattung sind überdurchschnittlich gut und der Personaleinsatz bietet alle Möglichkeiten, sowohl für starke als auch schwächere Schüler“, so die Einschätzung Lexis. Gelingt es nicht, das zu transportieren und liege die Zahl weiter unter 50, müsste die Schule eigentlich im nächsten Jahr offiziell schließen.

Die Regel ist, wenn zweimal hintereinander die erforderlichen Zahlen unterschritten würden, wird die Schule geschlossen. Sollte es soweit kommen, sei die Anzahl der Optionen klein und die Qualität der Alternativen nicht gut, resümiert die Schulplanerin. Alternative sei, einen privaten Träger zu finden.

Bei 200 Schülern könne man auch jede andere Schulform in Erwägung ziehen, eine Option, die Lexis aber nicht empfahl. Fraktionsübergreifend hatten die offenen Worte der Schulplanerin für nachdenkliche Gesichter gesorgt. In den Fraktionen und Gremien werde man über das Thema diskutieren und nach Lösungen für die Sekundarschule suchen, die von allen Parteien unterstützt wird. Bürgermeister Carsten Grawunder machte am Ende der Sitzung deutlich: „Ich erwarte Hilfe von der Bezirksregierung und aus Düsseldorf. Geht die jetzige Schule den Bach runter, dann setze ich alles daran, dass wir hier eine Privatschule bekommen“, so sein Statement.

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