Wegen Corona: weniger Trauungen in Drensteinfurt

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Würdiger Rahmen: Standesbeamtin Christiane Helmrich im Trausaal von Haus Venne.

Den schönsten Tag ihres Lebens möchten die meisten Menschen mit ihren Verwandten und Freunden teilen. Seit Beginn der Corona-Pandemie durften Hochzeitsfeiern im großen Stil nicht stattfinden. Nur Eltern und Trauzeugen durften zugegen sein. Mittlerweile wurden die Begrenzungen gelockert, sodass 24 Gäste bei der Trauung im Trauzimmer der Alten Post oder im Trausaal von Haus Venne dabeisein dürfen.

Drensteinfurt - „Ich hatte schon viele Absagen“, berichtet Standesbeamtin Christiane Helmrich. Das bedeute aber zum Glück nicht, dass die Paare nicht heiraten oder woanders hingehen, sondern dass die Hochzeit um ein Jahr verschoben wird. Vielen habe der Gedanke nicht gefallen, mit Mundschutz zur Trauung zu kommen. Auch der Wunsch, neben den Eltern und Trauzeugen auch Geschwister und Großeltern dabei zu haben, führte dazu, dass es Corona-bedingt zu rund 15 Absagen kam.

Auch für die Standesbeamtin waren die Eheschließungen mit so wenigen Personen merkwürdig. „Es war ungewohnt, vor einem so kleinen Kreis die Rede zu halten“, gibt sie zu.

Jetzt sei für sie schon fast Normalität eingekehrt. Immerhin dürften seit gut zwei Wochen 24 Personen mit in den Saal. Weitere Gäste können draußen warten. „Schwer ist jedoch, dass Braut und Bräutigam nicht umarmt werden dürfen“, gibt sie zu. Oft stehen Freunde und Angehörige Spalier und das Brautpaar geht hindurch, doch Berührungen dürfen nicht stattfinden, auch nicht bei der Gratulation. „Das hat sich aber gut eingespielt“, versichert sie.

Natürlich informiere sie die zukünftigen Ehepaare im Vorfeld über die Bestimmungen. „Alle sind sehr verständnisvoll und dankbar, dass die Hochzeit überhaupt stattfinden kann“, sagt sie. Die Einschränkungen gelten ja nicht nur für Drensteinfurt, sondern sind auf der ganzen Welt gleich, macht sie deutlich. Das leuchte den Menschen ein.

Die Bilanz der Trauungen wird sich wohl verändern. Während 2019 mit 108 Eheschließungen eher ein gutes Jahre war, vermutet sie bis Ende 2020 etwa 80 Paare getraut zu haben. Insgesamt läge der Durchschnitt in den letzten Jahren bei rund 90 Trauungen. Im Moment sei es ruhig geworden. Das eine oder andere Paar habe vielleicht Sorge, dass sich die Situation noch einmal verschlimmert.

Bisher 40 Trauungen in diesem Jahr 

40 Paare sind bisher in diesem Jahr in Drensteinfurt den Bund der Ehe eingegangen. Das sei schon ungewöhnlich wenig, gibt sie zu. In Ahlen, so berichtet sie, sei die Zahl der Eheschließungen auch erheblich gesunken. Anders sehe es in Münster aus. „Dort finden nach wie vor fast unverändert viele Trauungen statt“, sagt sie. „Hier in der kleinen Stadt wird gerne groß gefeiert“, vermutet sie die Ursachen für die Unterschiede. Münster ist eine Großstadt, da komme es öfter vor, dass Paare auch ganz alleine sogar ohne Trauzeugen kommen. In Drensteinfurt komme das auch mal vor, sei aber wohl eher die Ausnahme.

Möglich ist das seit 2009, damals wurde auch das Aufgebot abgeschafft, sodass Paare, die mit gültigen Papieren kommen, quasi sofort heiraten können, wenn ein Termin frei ist.

Auch wenn Corona noch nicht so ganz überwunden ist, bleibt die Standesbeamtin Christiane Helmrich zuversichtlich: „Im Oktober rufen bestimmt noch viele Paare an, denn der Dezember ist ein beliebter Monat fürs Heiraten.“

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