Wasserlauf am Kirchplatz statt defekter Brunnen am Marktplatz

Walbert-Statue an neuem Standort offiziell eingeweiht

Walbert schreitet über den Wasserlauf.  Walbert-Statue Drensteinfurt
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Walbert schreitet über den Wasserlauf.

 Auf Steinen im Wasser stehend mit dem Blick Richtung Werse und Gotteshaus hat die Figur des Walbert oder auch Walbrath nun auf dem Kirchplatz seinen endgültigen Standort gefunden. Am Mittwochabend wurde der Wasserlauf mit der Bronzestatue feierlich eingeweiht.

Drensteinfurt - Mehr als 20 Jahre verbrachte die Statue, die eng mit der Geschichte der Stadt Drensteinfurt verknüpft ist, in einem kleinen Wasserbecken am Rande des Marktplatzes. Mit der Neugestaltung des Marktes wurde ein neuer Standort für die Bronzefigur gesucht und mit dem Platz vor der St.-Regina-Kirche gefunden.

Bereits im März war der Wasserlauf angelegt worden. Einen Monat später waren eine riesige Brunnenkammer auf dem Kirchplatz installiert worden.

Schnell war man sich einig, den alten undichten Brunnen durch einen modernen Wasserlauf zu ersetzen und das religiöse Denkmal entsprechend der Legende mitten in die Fluten zu stellen.

Zur Einweihung der Statue an ihrem neuen Standort am Mittwochabend waren alle daran Beteiligten eingeladen und auch gekommen. Neben den Vertretern der Politik waren das Planungsbüro Gnegel aus Sendenhorst und die Bauunternehmung Benning aus Münster-Roxel vertreten.

Stellvertretend für Regierungspräsidentin Dorothee Feller war Karin Geißler, Dezernentin für Denkmalschutz und Denkmalpflege bei der Bezirksregierung Münster, anwesend.

Die Sparkassenstiftung wurde durch das Vorstandsmitglied Simone Goerz vertreten. Gekommen war auch der Sohn des Künstlers, Matthias Bücker de Silva, der Umweltbeauftragte der Stadt, Hans-Ulrich Herding, der das Brunnenprojekt betreut hatte, Pastor Jörg Schlummer und Bürgermeister Carsten Grawunder.

Perfekter Standort. Die Statue des Heiligen Walbert schreitet – wie in der Sage – inmitten des Wasserlaufs über Steine – und das auf noch direkt Richtung St.-Regina-Kirche. Der neue Standort der Statue kam nicht nur bei Pastor Schlummer (links), sondern bei allen Beteiligten der Einweihungsfeier auf dem Kirchplatz gut an.

Letzter bedankte sich bei allen für die gute Zusammenarbeit. „Der Walbert hat jetzt seinen richtigen Standort“, lobte er. Walbert schreite wie im Jahr 851 durch das Wasser den Blick Richtung Werse gerichtet. Das Projekt sei nicht nur von Anfang an von allen positiv begleitet worden, sondern werde jetzt von der Bevölkerung gut angenommen. „Bei schönem Wetter ist der Wasserlauf von Kindern gut belagert“, stellt Grawunder fest. Man habe hohe Anforderungen an den Brunnen, dessen Wasser dank Filtertechnik Trinkwasserqualität habe, gestellt.

Der Walbert hat jetzt seinen richtigen Standort. Bei schönem Wetter ist der Wasserlauf von Kindern gut belagert.

Bürgermeister Carten Grawunder

Karin Geißler betonte die enge Verbundenheit des Walbert mit Drensteinfurt, denn die Stadt sei in Zusammenhang mit der Überschreitung der Werse durch den Enkel Widukinds das erste Mal urkundlich erwähnt. Mit dem neuen Standort vor der Kirche habe die Stadt einen Anziehungspunkt für Familien und Kinder geschaffen. Zusammen mit dem neuen Marktplatz sei er ein wichtiger Baustein für die Neugestaltung der Innenstadt.

Aufgrund der Aufwertung des Umfeldes und der Erhöhung der Aufenthaltsqualität habe die Bezirksregierung gerne die hundertprozentige Förderung übernommen. „Eine vollständige Förderung ist nicht selbstverständlich“, versicherte die Dezernentin. Drensteinfurt sei ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Ortes gelungen. „Wer hier am Brunnen, in der ,Guten Stube‘ der Gemeinde sitzt, bekommt Lust, ein Eis zu essen“, machte sie deutlich.

Die Statue: Der heilige Walbert trägt den Märtyrer Alexander auf den Schwingen eines Adlers.

Für Simone Goerz von der Sparkassenstiftung, die der Stadt das Kunstwerk mit dem heiligen Walbert als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt, war die gestrige Einweihung etwas ganz Besonderes. Schon im April 1997 bei der Aufstellung am Marktplatz sei sie dabei gewesen. Die Statue jetzt direkt gegenüber der Kirche aufzustellen, habe Charme, lobte sie.

Pfarrer Jörg Schlummer sprach von einer Aufwertung des Kirchplatzes und einem wunderbaren Abstimmungsprozess mit der Stadt.

„Die Statue des Walbert, der die Reliquien des heiligen Alexander trägt, hat vor der Kirche genau den richtigen Standort“, machte er deutlich. Schmunzelnd fügte er an: „Hin zur Kirche, rein in die Kirche.“ Dann erinnerte er noch an die beiden Heilungen, die seinerzeit im Zusammenhang mit der Reliquie geschehen sein sollen.

Anlässlich der 200 Jahre Sebastian Kneipp, der das Wassertreten populär gemacht habe, sei der Zeitpunkt gut gewählt. „Die Kinder haben das schon verstanden“, stellte er fest. Zum Abschluss der Einweihung segnete der Pfarrer Statue und Wasserlauf mit Weihwasser und bat mit einem Gebet um Schutz und Segen.

Weihwasser für Walbert: Pastor Jörg Schlummer segnet die Statue des Heiligen, der durch den Wasserlauf schreitet.

Die Geschichte Drensteinfurts begann vor 1170 mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Zusammenhang mit der Überführung der Gebeine des Heiligen Alexanders durch Walbert oder Walbrath, dem Enkel Widukinds. Dieser überquerte auf seine Reise von Rom nach Wildeshausen die steinerne Furt der Werse in „Sternvorde in regione Dreni“, dass damals nur aus einem Oberhof bestand.

Geschaffen wurde die Bronzestatue von dem Vellerner Künstler Heinrich Gerhard Bücker. Rund 350 000 Euro hat der Bezirksregierung die Umsetzung der für Stewwert so bedeutenden Walbert-Statue mit dem neuen Wasserlauf gekostet. Unter dem Wasserlauf befinden sich zwei unterirdische Brunnenkammern, in denen die Pumpe sowie Filter- und Reinigungsanlagen untergebracht sind.

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