Auch Polizei fassungslos

Wahlplakate der Grünen auch mit Hakenkreuz besudelt

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Hitlerbärtchen und Zahnlücke: So haben Unbekannte das Großplakat von Heidi Pechmann an der Konrad-Adenauer-Straße verschandelt. Wer näher kommt, sieht auch ein Hakenkreuz sowie Schimpfwörter.

Jetzt ist es für jeden sichtbar: Die Kommunalwahl am 13. September rückt immer näher. An vielen Stellen hängen oder stehen Wahlplakate der verschiedenen Parteien, die mit Wahlversprechen Wähler gewinnen möchten.

Drensteinfurt – Leider werden in der Zeit des Wahlkampfes auch immer wieder Plakate beschmiert. Aktuell zerstörten Unbekannte zwei große Aufstellplakate der grünen Bürgermeisterkandidatin Heidi Pechmann an der Konrad-Adenauer-Straße. Aufgrund eines auf ein Plakat gemalten Hakenkreuzes ermittelt jetzt der Staatsschutz in Münster.

Bürgermeisterkandidatin Heidi Pechmann ist frustriert. „Keine 24 Stunden standen die Plakate“, erzählt sie. Am Sonntag gegen 11 Uhr habe man mit dem Aufhängen begonnen. Mittlerweile ist die Aufnahme einer Bewachungskamera gesichtet worden. Jetzt weiß man, dass die Unbekannten um 3.47 Uhr ihr Zerstörungswerk einläuteten. „Rund 15 Minuten haben sie sich ausgetobt“, informiert die Bürgermeisterkandidatin. Auch wenn keine Bilder zu sehen sind, sind die Stimmen deutlich zu hören. „Es steht fest, dass es sich bei den Tätern um mindestens zwei männliche und eine weibliche Person handelt“, erklärt Pechmann und fügt an: „Sie haben sich über meine Kandidatur als erste Frau lustig gemacht.“ Dabei glaubt sie, dass es nicht gegen ihre Person oder ihre Partei, sondern vielmehr gegen die Demokratie im Allgemeinen gehe.

Denn die Täter zertraten die Holzkonstruktion, zerrissen eines der Plakate, malten Pechmann einen Hitlerbart und eine Zahnlücke an, schrieben Schimpfwörter und kritzelten zudem ein Hakenkreuz auf das Plakat.

Ein weiteres Plakat wurde zerrissen und die Holzkonstruktion für die beiden Großplakate demoliert.

 

Pechmann: „Auch die Polizei war fassungslos“

„Auch die Polizei war fassungslos“, erklärt Pechmann, die das Vergehen zur Anzeige gebracht hat. In Deutschland ist das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verboten, aus diesem Grund ermittelt jetzt der Staatsschutz gegen die Täter, teilt Pechmann mit. Man habe den Edding-Stift am Plakat sichergestellt.

Pechmann findet es bedauerlich, dass die Täter nicht so viel Größe hätten, das Gespräch mit ihr suchen. „So ein Plakat ist teuer und es steckt viel Arbeit darin“, sagt sie.

Auch Carsten Grawunder äußert sich in seiner Funktion als Bürgermeister zu dem Vorgang: „Jede Person, die sich für unsere Demokratie bereit erklärt, Politik zu machen, verdient Respekt. Unabhängig der Person oder der Partei“, machte er deutlich. Die Zerstörung von Wahlplakaten sei unakzeptabel und gelte nicht umsonst als Straftat.

Hunderte Wahlplakate für 13.000 Wahlberechtigte

Fünf Parteien haben insgesamt 13 große Wahlplakate in Drensteinfurt aufstellen lassen. Neben den vier in Drensteinfurt antretenden Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP hat auch die Linke, die auf Kreisebene antritt, auf sogenannten „Wesselmännern“ – der Name leitet sich von dem Marktführer in Sachen Wahlkampfwerbung, der Wesselmann GmbH aus Wattenscheid ab – plakatiert.

Außerdem haben CDU, SPD, Grüne und FDP bislang etwa 480 kleinere Plakate beantragt. Und das sei nicht das Ende. In der Stadtverwaltung rechnet man mit weiteren Anträgen. All das soll den 13.052 wahlberechtigten Drensteinfurtern die Wahlentscheidung am 13. September leichter machen.

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