Wagenfeldstraße erhält neues Legendenschild

DRENSTEINFURT ▪ Der Antrag der Grünen auf Änderung des Straßenschildes der Wagenfeldstraße ist von Erfolg gekrönt gewesen (unsere Zeitung berichtete).

Die Grünen hatten Anfang des Jahres angeregt das derzeitige – so genannte – Legendenschild um einen Zusatz zu erweitern, der auf die menschenverachtende Gesinnung hinweist, die der in Drensteinfurt aufgewachsene Heimatdichter Karl Wagenfeld in den letzten Jahrzehnten seines Lebens durchblicken ließ.

Einvernehmlich hatten die Politiker beschlossen das aktuelle Zusatzschild zur erweitern. Dieser Beschluss soll jetzt auch bald umgesetzt werden. In der Sitzung des Ausschusses für Familien,Schulen, Sport und Soziales wurde gestern Abend bekannt gegeben, dass das bisherige Schild mit der Aufschrift „Karl Wagenfeld, geb. 1869, gest. 1939, Heimatschriftsteller und Heimatforscher, Begründer des Westfälischen Heimatbundes“ entfernt werden soll.

Ersetzt wird das Schild durch ein neues, das den folgenden Text trägt: „Karl Wagenfeld (1869-1939) gründete 1915 den Westfälischen Heimatbund, überlieferte als Dichter     die          niederdeutsche Sprache seiner Drensteinfurter Jugendzeit, heute wegen seiner Förderung des Nationalsozialismus umstritten“.

Die Diskussion war Anfang des Jahres nach einer Lesung des Wagenfeld-Biografen Rainer Schepper aufgekeimt, der in alten Aufzeichnungen Wagenfelds Gedankengut gefunden hat, das auf eine Nähe Wagenfelds zu den Nationalsozialisten schließen lässt.

In Zusammenarbeit mit dem Historiker der Stadt, Dr. Ralf Klötzer, und dem Verein zum Erhalt der ehemaligen Synagoge ist jetzt dieser Text erarbeitet worden.

Außerdem soll – so lautet der politische Beschluss – die Thematik „Wagenfeld und der Nationalsozialismus“ auch bei den historischen Stadtrundgängen berücksichtigt werden. ▪ uw

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