Viele Religionen beten gemeinsam für den Frieden

+

Mit nachdenklich stimmenden Texten, vielfältiger Musik und kleinen Aktionen begrüßten am Dienstagnachmittag rund 100 Menschen das neue Jahr in der St.-Regina-Kirche. Die Gemeinde hatte das Interreligiöse Friedensgebet zum vierten Mal organisiert.

Drensteinfurt – „Es ist eine gute, bunte und vielfältige Tradition, zum Neujahr mit evangelischen und katholischen Christen und allen Menschen, die sich Frieden wünschen, zusammenzukommen“, erklärte Pfarrer Jörg Schlummer zu Beginn. 

Pfarrerin Angelika Ludwig von der evangelischen Mirjam-Gemeinde bezog sich in ihrer Ansprache auf den 34. Psalm, der dazu auffordert, den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen. „Friede ist zerbrechlich und wird oft leichtfertig aufs Spiel gesetzt“, erklärte sie. Viele sehnten sich nach Frieden, doch Anspruch und Wirklichkeit klafften manches Mal weit auseinander. 

Oft sei ein kleines Wort Auslöser großer Konflikte sowohl innerhalb der Familie als auch in Gesellschaft und Politik. Anknüpfend an das Lied „Hevenu shalom alechem – Wir bringen Frieden für alle“, stellte sie fest: „Shalom bedeutet weit mehr als die Abwesenheit von Streit, es bedeutet vielmehr die tiefe Sehnsucht nach Frieden für Mensch und Schöpfung.“ Theodor Lohölter und Omid Salehi aus Teheran sangen aus der Reihe kleiner geistlicher Gesänge von Heinrich Schütz das Lied „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet“ im Duett. Später sang Omid Salehi, sich selbst mit der Gitarre begleitend, ein persisches Lied vom Frieden. Die Flüchtlingskinder Ali, Gülisar und Keram Tadgi und Sophia und Yun Ten Wang erzählten eine Geschichte von einem König. 

Viel Applaus erntete Hamed Sepehripour aus dem Iran mit dem orientalischen und gefühlvollen Spiel auf der Santur. Sigrid Pünt sang, begleitet vom ökumenischen Orchester, das Lied „Stein auf Stein“. Als Kanon erklang „Dona nobis pacem“ gemeinsam mit allen Anwesenden. Ein muslimisches Gebet um Frieden und Versöhnung trug Bürgermeister Carsten Grawunder vor. Melanie Barbator las einen religiösen Dialog über die Begegnung des christlichen Franziskus von Assisi mit dem muslimischen Sultan Al-Kamil Muhammad al-Malik im Jahr 1219. Dieser unterbrach seinerzeit die Kriegshandlungen und führte am Ende zur gegenseitigen Akzeptanz und Wertschätzung auf beiden Seiten. 

Bevor die Teilnehmer des Friedensgebets die Kirche verließen, erhielten sie eine Wunderkerze, die sie an der Kerze entzündeten. Gemeinsam sangen alle vor der Kirche noch einmal den bekannten Gospel „We shall overcome“. Sehr zufrieden zeigte sich Pfarrer Schlummer mit der Resonanz. „Es ist eine schöne Art, das Jahr so beginnen“, stellte er fest. Waltraud Angenendt, die regelmäßig am Friedensgebet teilnimmt, lobte die große Vielfalt der Musik und die gut gewählten Texte

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare