Mit Vettel schon Runden gedreht

RINKERODE ▪ Als Sebastian Vettel am Sonntag in Abu Dhabi um den Weltmeistertitel fuhr, saß auch der Rinkeroder Theo Hemkemeyer vom gleichnamigen Kart-Center vor dem Fernseher und drückte dem Red-Bull-Piloten die Daumen.

Als Vettel denn auch als jüngster Weltmeister feststand, war der Jubel in Rinkerode groß. Hemkemeyer kennt Vettel noch aus dessen Zeiten als Kartfahrer. In der Saion 2002 fuhren der frischgebackene Formel-1-Weltmeister und Hemkemeyers Sohn David (25) sogar in der Deutschen Kartmeisterschaft gegeneinander. Dies war allerdings die einzige Saison, die die beiden in der gleichen Klasse bestritten. Ansonsten war Sebastian Vettel immer in einer jüngeren Altersklasse unterwegs. „Man war aber gut bekannt, denn so groß ist der Kreis der Kartfahrer bei großen Meisterschaften nicht“, erklärte Theo Hemkemeyer. Das ZDF drehte sogar 1997 im Rahmen der Reihe 37-Grad die Dokumentation „Turbo-Kids“ mit David Hemkemeyer und Sebastian Vettel in den Hauptrollen.

Während sich David Hemkemeyer in der Saion 2002 zum zweiten Mal nach 2001 den Deutschen Meistertitel sicherte und auch Europameister wurde, stieg Vettel Mitte der Saison aus, um den Umstieg auf Rennautos vorzubereiten und ein Jahr später als Newcomer erfolgreich in der neuen Klasse einzusteigen. Der Rest ist Geschichte.

Vettels Umstieg auf Autos sei vorprogrammiert gewesen, sagt Theo Hemkemeyer. Schon als kleiner Junge habe er den Berufswunsch Rennfahrer gehabt. „Davids Priorität lag dagagen immer auf den Karts. Er war einer der besten Kartfahrer Deutschlands. Heute studiert er Maschinenbau in Aachen“, erklärt Theo Hemkemeyer. Neben dem Studium engagiert sich der heute 25-jährige in der Formula Student und bringt seine Ideen in neue Wagen ein.

Vettel dagegen war der Kartsport nicht genug. „Schon als Kind hat er von einer Karriere als Rennfahrer geträumt. Mit viel Ehrgeiz hat er sich den Traum erfüllen können“, sagt Hemkemeyer. Dabei habe ihn seine Familie unterstützt. „Bei Vettels war das Kartfahren ebenso wie bei uns ein Familiensport. Sebastians Vater hat zum Beispiel selbst an seinen Karts geschraubt“, erinnert sich Theo Hemkemeyer an die Begegnungen mit der Familie Vettel auf den deutschen Kartbahnen.

„Sebastian hat für sich den richtigen Weg eingeschlagen“, sagt Theo Hemkemeyer, für den weiterhin der Kartsport das Maß der Dinge ist. „Für die Formel-1 braucht man entweder viel Geld oder Sponsoren. Man darf auch nie vergessen, wie risikoreich dieser Sport ist“, meint der Intrepid Racing-Teamchef. Einer verpassten Formel-1-Karriere seines Sohnes trauert Theo Hemkemeyer nicht nach. „David ist glücklich mit seinem Studium und wird seinen Weg machen“, sagt er. Sebastian Vettel habe wohl eine ähnliche Karriere wie Michael Schumacher vor sich und könne sogar noch mehr Titel holen. Theo Hemkemeyer wird jedenfalls auch zukünftig dem ehemaligen Wegbegleiter seines Sohnes die Daumen drücken. „Sebastian ist einfach sympathisch und hat nie etwas geschenkt bekommen“, sagt Theo Hemkemeyer und fügt hinzu: „Da geht noch was!“ ▪ sh  ▪

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