1. wa.de
  2. Lokales
  3. Drensteinfurt

Mehr Klimaschutz in Bürgerhand: Verwaltung soll Konzept für Klimatrainer vorstellen

Erstellt:

Von: Linda Ehrhardt

Kommentare

Klimatrainer gibt es in Münster bereits.
Klimatrainer gibt es in Münster bereits. © MICHAEL C.MOELLER

Die CDU würde für Drensteinfurt gern Klimatrainer – angelehnt an ein Projekt in Münster – ausbilden lassen. Im Haupt- und Finanzausschuss fand die Idee viel Anklang, im Herbst soll es ein Konzept für das weitere Vorgehen geben, das entschieden die Mitglieder einstimmig.

Drensteinfurt – „Beim Klimaschutz nicht immer nur die anderen machen lassen, sondern auch selbst aktiv werden – so könnte man die Idee des ,Klimatrainers’ umschreiben. Nach dem Vorbild der Stadt Münster sollen die Bürger/innen die Möglichkeit haben, sich von Klimatrainern unterstützen zu lassen“, heißt es im Antrag der Christdemokraten. Die Klimatrainer begleiten ihre Schützlinge anschließend auf dem Weg zu einem klimafreundlicheren Verhalten. In Münster, so erläuterte die CDU, erstellten die Teilnehmer zunächst eine eigene CO2-Bilanz, die zum Beispiel Bereiche wie Ernährung, Wohnen und Mobilität umfasse. Danach setzten die Bürger sich mit den Klimatrainern zusammen und entwickelten in Kleingruppen Ziele, die sie erreichen können. Nach vier Monaten ziehen die Klimatrainer sich zurück und die Teilnehmer machen allein weiter.

Dieses Vorgehen, so Markus Wiewel (CDU), lasse sich seiner Ansicht nach relativ einfach auf Drensteinfurt übertragen lassen. Von einer Eins-zu-eins-Übertragung rate der Geschäftsführer des Büros Gertec – Partner der Stadt Münster im Bereich des Klimatrainings und in Drensteinfurt durch die Entwicklung des Nahwärmenetzes im Baugebiet Mondscheinweg bekannt – allerdings ab, berichtete Fachbereichsleiter Christoph Britten. Der Ansatz an sich sei aber auch für Drensteinfurt denkbar, so Britten. „Ich halte es für eine bessere Idee, selbst eine kleinere Variante für Drensteinfurt zu erarbeiten, als das Konzept aus Münster auf die Stadt herunterzubrechen“, betonte Britten. Er könne sich beispielsweise einen runden Tisch vorstellen, um ein eigenes städtisches Konzept zu erarbeiten.

Meinungen der Lokalpolitiker

Oliver Buchholz (Grüne) regte an, zu überlegen, ob es eine Möglichkeit wäre, die bereits ausgebildeten Klimatrainer aus Münster und Lüdinghausen anzusprechen und sie bei Interesse einzuladen, damit sie ihr Wissen an engagierte Drensteinfurter weitergeben können.

Andreas Brinkmann (CDU) wünschte sich eine etwas konkretere Zeitschiene hinsichtlich einer möglichen Umsetzung der Idee seitens der Verwaltung. „Es geht nicht darum, jetzt alles auf großen Füßen zu bauen, sondern darum, einfach anzufangen“, sagte er. Auch Bürgermeister Carsten Grawunder sprach von einem „kleinteiligen Anfang“ und schlug vor, im Herbst ein erstes Konzept vorzustellen. „Dann liegen auch weitere Gespräche mit der Orca gGmbH hinter uns“, so Grawunder. Bernhard Meyer (Grüne) begrüßte die Zusammenarbeit mit Orca auch in diesem Bereich. Mit der gemeinnützigen GmbH arbeitet die Stadt bekanntlich an ihrem Klimaschutzkonzept.

Wiewel ist optimistisch, dass das Projekt auch in Drensteinfurt auf offene Ohren stoßen und das Thema Klimaschutz abseits der Verwaltung vorantreibe. „Wir haben schon mit der BIGG gesprochen“, berichtete er. In ihren Reihen hätten schon Mitglieder Interesse daran signalisiert, sich zum Klimatrainer ausbilden zu lassen.

Auch interessant

Kommentare