Vatikan-Kenner Stephan Kulle zu Gast in Rinkerode

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Der bekannte Vatikan-Kenner und Fernsehjournalist sprach in Rinkerode.

RINKERODE - „Ich denke, dass der Rücktritt von Papst Franziskus schon vorprogrammiert ist.“ Mit dieser Aussage konfrontierte Stephan Kulle gleich zu Beginn der Veranstaltung die rund 80 Anwesenden im Pfarrzentrum St. Pankratius in Rinkerode am Dienstagabend.

Das aktuelle Forum der katholischen Kirchengemeinde St. Regina und der Familienbildungsstätte Ahlen hatte alle Interessierten zu dem Vortrag „Neue Signale aus Rom“ des bekannten Vatikan-Kenners und Fernsehjournalisten eingeladen. Der 46-Jährige war bereits zum vierten Mal Gast in Rinkerode.

Papst Benedikt habe durch seinen Rücktritt Türen geöffnet. Die Möglichkeit geschaffen, zu gehen, wenn der Körper es nicht mehr schaffe und zum Wohle der Menschen zu agieren. Große Sorgen mache sich Kulle derzeit um das Kirchenoberhaupt. Franziskus hatte über die Bistümer einen Fragebogen verschicken lassen, in dem Katholiken ihre Ansichten über die Kirche und Themen wie Ehe, Familie und Sexualität äußern sollten. Die Antworten der Gläubigen sollen im Herbst bei der Bischofssynode mit einfließen. „Mit dieser Fragebogenaktion hat sich der Papst in eine Falle begeben, aus der er nicht mehr raus kommt“, so der Vatikan-Kenner.

Wenn Franziskus den Wünschen der Menschen Recht gebe, müsse es Reformen geben. Großes Thema: Ehescheidung. Man könne Geschiedene nicht fernhalten von den Sakramenten. Kardinal Gerhard Müller, Erzbischof und Präfekt der Glaubenskongregation, erkläre schon heute, dass nach den Lehren der Kirche keine Änderung möglich sei. Für Papst Franziskus jedoch scheint das Thema nicht unumstößlich. Es werde heftig zugehen auf der Synode, glaubt Kulle.

Sicher sei er: Der Papst werde das Zölibat nicht abschaffen, Frauen könnten auch weiterhin kein Weihesakrament empfangen. Auch eine Union von Abendmahl und Eucharistie werde es nicht geben. Franziskus müsse die Menschen enttäuschen. Er werde sich messen lassen müssen an den Ergebnissen der Umfrage und wie er darauf antworten wird.

Im Anschluss an den 30-minütigen Vortrag bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Einschätzung Kulles zu Bischof Franz-Josef Tebartz-van Elst war von besonderem Interesse. Dazu bemerkte der Journalist: „Tebartz-van Elst war nicht allein verantwortlich“, auch der Generalvikar und Leute vom Verwaltungsrat hätten mit unterzeichnet, später aber alles abgestritten. -mew

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