Ein bisschen wie in Bullerbü

Unterricht für Zehntklässler der Teamschule hat wieder begonnen

Teamschüler und Lehrer berichten von den Erfahrungen des Online-Unterrichts und vom Neubeginn des Klassen-Daseins (von links): SV Lehrer Markus Tauber, Philip Hille, Moritz Kuhn, Dominic Braml, Nico Bryning und Schulleiterin Anja Sachsenhausen.
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Teamschüler und Lehrer berichten von den Erfahrungen des Online-Unterrichts und vom Neubeginn des Klassen-Daseins (von links): SV Lehrer Markus Tauber, Philip Hille, Moritz Kuhn, Dominic Braml, Nico Bryning und Schulleiterin Anja Sachsenhausen.

Seit gestern dürfen die Zehntklässler wieder am regulären Unterricht in der Teamschule teilnehmen. Bestimmte Auflagen müssen jedoch erfüllt werden – unter anderem dürfen sich maximal 15 Schüler in einem Klassenraum befinden. Außerdem sollte ein Mundschutz getragen werden. Einige Zehntklässler berichten vom Lernen ohne Schule und wie sie den Wiedereinstieg empfunden haben.

Drensteinfurt – Schulleiterin Anja Sachsenhausen findet durchweg positive Worte: „Wir leben hier wie in Bullerbü. Schüler, Lehrer und Elternverhalten sich kooperativ und vorbildlich.“ Es war eine herausfordernde Zeit, aber nach anfänglichen kleinen Schwierigkeiten laufe der Online-Unterricht mittlerweile perfekt.

Für die Schulleiterin ist der – wenn auch abgespeckte – Schulbetrieb ein Schritt zurück zur Normalität. Dass es jetzt zumindest für die Zehntklässler weitergeht, begrüßt sie ebenso wie das Lehrerkollegium, das die Schüler so schnell wie möglich gut auf die bevorstehenden Abschlussprüfungen vorbereiten möchte.

Online-Unterricht wurde optimiert

„Wir haben den Onlineunterricht an vielen Stellen optimiert und einiges nachbereitet“, erinnert sie sich an den Anfang desdigitalen Unterrichts. Sie sei Eltern, Lehrern und Schülern dankbar für das Feedback und die Unterstützung. Um die Bildungsunterschiede ein wenig auszugleichen, wurden sogar „Care-Pakete“ verschickt, denn zwischenzeitlich gab es drei Schüler ohne Zugriff auf einen Computer.

„Ich möchte nicht, dass die Zeit so weiterläuft, aber jetzt ist alles perfekt“, resümiert sie. Das sei nicht zuletzt der Stadt Drensteinfurt zu verdanken, die auf geradezu vorbildliche Weise die Schule ausgestattet habe und unterstütze, wo sie nur kann.

Zehntklässler Nico Bryning hat die „schulfreie Zeit“ gut überstanden. Da er seinem Hobby als DJ nicht nachgehen konnte, stellte er kurze Livestreams ins Internet. Das Online-Angebot habe die Teamschule gut aufgestellt, das Zoom-Meeting habe funktioniert, und auch der Kontakt zu Fachlehrern und Klassenlehrern per E-Mail sei gut gewesen. „Die Lehrer haben sehr schnell geantwortet“, lobt er.

Wieder zurück in die Schule

Den gestrigen ersten Schultag habe er als ungewöhnlich erlebt. Sehr positiv sei es aber, mit nur elf Mitschülern in einem Klassenraum zu sitzen. „Es gibt keine Ablenkung, man kann sich konzentrieren und der Lehrer hat mehr Zeit für den Einzelnen.“

Moritz Kuhn hatte nicht das Gefühl, zu wenig zu lernen. Im Gegenteil: „Ich musste mir ein Mathematik-Thema selbstständiger arbeiten“, merkt er positiv an. Allerdings gab er augenzwinkernd zu, dass seine Mutter ihm schon auf die Finger geschaut habe. „Die Schule hat das online gut und übersichtlich organisiert, ein Klick, und man war an der passenden Stelle“, lobt er. Dass er wieder zur Schule gehen könne, sei super. Allerdings habe er als Brillenträger Probleme mit dem Mundschutz: „Die Brille beschlägt immer, das ist schon gewöhnungsbedürftig.“

Selten leer war der Hof der Teamschule zur Pause.

Lernort Schule bietet mehr Lernatmosphäre

Dominic Braml haben die Klassenkameraden gefehlt – und das nicht nur am Nachmittag, sondern auch im Schulalltag: „Ich hätte gerne mit anderen gemeinsam gelernt.“ Schwierig sei es gewesen, sich zu Hause nicht ablenken zu lassen. „In der Schule zu lernen, ist effektiver“, sagt er. Jetzt ist der Zehntklässler froh, dass es fast normal weitergeht und er mit Kameraden und Lehrern zusammen sein kann. Der Mundschutz ist für ihn kein Problem. „Wir schützen damit vor allem Asthmatiker“, weiß er. „Es ist besser als Unterricht zuhause.“

Ganz anders sieht Philip Hille die Sache. Es belustigt ihn, dass viele erzählen, sie könnten sich zuhause nicht konzentrieren. „Mir hat meine Klasse nicht gefehlt“, gibt er zu. Er sei froh gewesen, mal in Ruhe und für sich alleine lernen zu können. Dann fügte er erklärend an: „Ich bin aber auch nicht mit allen wirklich befreundet.“ Und doch, nach der langen Zeit Zuhause hat sich auch Philip Hille auf seine Mitschüler gefreut.

Digitaler Unterricht eine Herausforderung

SV-Lehrer Markus Tauber gibt zu: „Die Art von Unterricht war spannend, aber eine Herausforderung.“ Die Schule sei gut damit umgegangen: „Die Schüler waren fleißig, motiviert und haben auch etwas gelernt. Aber ,Face to Face’ kann normalen Unterricht nicht ersetzen.“

„Wir haben uns auf den Wiedereinstieg gut vorbereitet“, macht Anja Sachsenhausen deutlich. Alle Klassen wurden gesäubert und desinfiziert. In jedem Klassenraum gebe es Waschbecken und Desinfektionstücher lägen bereit. Das Ordnungsamt habe Einmal-Schutzmasken zur Verfügung gestellt, jedoch glaube sie, dass es eine Zeit der Eingewöhnung brauche, bis diese ganz selbstverständlich getragen werden.

Unterricht wie im Schichtbetrieb

Gespannt ist Sachsenhausen jetzt darauf, wann auch die anderen Klassen zurückkehren dürfen. Die Schule sei darauf vorbereitet. Verschiedene Szenarien wurden durchdacht. Wenn es bei maximal 15 Schülern pro Klasse bleibt, stellt sie klar: „Wir haben bei insgesamt 450 Schülern dafür weder räumlich noch personell die Kapazitäten.“ Sie könne sich vorstellen, dass für die Schüler nur Unterricht im roulierenden Wechsel stattfindet.

Gedanken habe sie sich auch schon um die Abschlussfeier der Zehntklässler gemacht. Vermutlich wird diese in Gruppens tattfinden. Sicher ist: „Es wird feierlich“. Überlegungen gab es weiterhin für den „Kennenlerntag“ der zukünftigen Fünftklässler. „Wir werden ein Paket mit einem kleinen Film und einem Brief verschicken“, informierte sie.

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