5 Kilometer Umweg sorgt für großen Ärger

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Drensteinfurt - Die Verkehrsführung angesichts der Kanalarbeiten auf der Dorfstraße sorgen im Dorf für Unmut. Für rund 700 Meter Strecke zu Apotheke, Arzt, K+K, zur Poststelle bei Remmert oder zur Kirche müssen die Dorfbewohner einen Umweg von knapp fünf Kilometern fahren. Eine Öffnung der Einbahnstraße Kernbrock könnte eine Lösung sein.

Klaus Reinhard kann es nicht verstehen. Der 70-Jährige ist nicht gut zu Fuß und für Einkäufe auf sein Auto angewiesen. Jetzt soll er mit seinem Fahrzeug von seiner Wohnung direkt neben der Kornbrennerei Eckmann am Nordholter Weg zum K+K einen Umweg von fünf Kilometern fahren. Aus dem Dorf raus über die Straße Ostfeld Richtung Ahlen auf die Querstraße L 671 Richtung Hamm bis zur Kreuzung Rubberts Mühle. Hier muss er nach rechts abbiegen Richtung Drensteinfurt, um dann an der Kreuzung Walstedde zum K+K zu gelangen. Selbstverständlich funktioniert der Rückweg auf die gleiche Weise. „Es könnte so einfach sein, wenn der Kernbrock freigegeben wird“, sagt der Rentner, der außerdem beklagt, dass die Umleitung nicht ausreichend beschildert ist.

Tatsächlich sollte die Straßenführung auch genauso vonstatten gehen. Zumindest hatte das Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter noch vor wenigen Monaten angekündigt. Für die Dauer der Baustelle sollte die Einbahnstraße Kernbrock aufgehoben und für den Durchgangsverkehr freigegeben werden. Bei dieser Variante beträgt der Umweg lediglich 150 Meter. Laura Scholz vom Ordnungsamt erzählt, dass der ursprünglich von der Stadt vorgesehene Vorschlag beim Kreis keine Zustimmung gefunden habe: „Der Kernbrock sei in der Vergangenheit ein Unfallhäufigkeitspunkt gewesen.“

Da jedoch viele Anwohner und auch Auswärtige trotz Verbot in den Kernbrock einfahren, habe sie die Polizei bereits informiert, die zukünftig vermehrt Kontrollen durchführen wird. Ein Umstand, der so Klaus Reinhard, dem Tatbestand der Wegelagerei gleichkommt. „Das ist schon fast kriminell“, findet er. „Der Bürgermeister hätte sich mehr für die Walstedder einsetzen müssen.“ Dann fügt er hinzu: „Das wird ihm Stimmen kosten.“

Dass sich einige Anwohner des Kernbrocks über den vermehrten Verkehr beschwert haben, kann Ortsvorsteher Bernd Borgmann nicht verstehen. „Gerade diese Anwohner profitieren von den neuen Abwasserrohren, damit ihre Keller bei starken Regengüssen nicht überschwemmt werden.“ Er halte die Einschränkung für die Zeit der Baumaßnahme durchaus für zumutbar.

„Wir haben die verkehrssicherste Lösung gewählt“, versichert Edda Brennecke vom Kreis Warendorf. Ob die von einigen favorisierte Lösung den Kernbrock zu öffnen überhaupt möglich wäre, müsste in einem erneuten vor-Ort-Termin mit allen zuständigen Stellen, Polizei, Kommune und Straßenbaulastträger geprüft werden, so Brennecke. Es sei fraglich, ob die Straße groß genug wäre für den gesamten Umleitungsverkehr und dazu ausreichend für zwei sich entgegenkommende Lkw. Auch die Frage der Sicherheit für die Anwohner und Radfahrer sollte mit einbezogen werden.

Schlussendlich seien solche notwendigen Straßenarbeiten häufig mit Unannehmlichkeiten verbunden, die in Kauf genommen werden müssten. Möglicherweise könnte der Kreis die Möglichkeit in seine Überlegungen einbeziehen, den Kernbrock, der im Moment lediglich für den Linienbusverkehr geöffnet ist, wenigstens für den normalen Pkw-Verkehr zu öffnen und nur die Lkw weiterhin über die Umleitung zu führen.

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