Hochwasserkatastrophe

Überwältigende Spendenbereitschaft für Katastrophenopfer

Die Fahnenoffiziere der Bürgerschützen Drensteinfurt
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Sie sind dankbar für die Spendenbereitschaft der Stewwerter und vieler weiterer Menschen: Die Fahnenoffiziere der Bürgerschützen Drensteinfurt Christian Notz (von links), Holger Notz, Marcel Woelke und Mike Petersen haben Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Hagen gesammelt. Die lagern vorerst unter anderem in zwei Garagen.

Die Bilder der Hochwasserkatastrophe und die Not der Menschen, die fast alles verloren haben, bestimmen seit Tagen die Medien. Die Fahnenoffiziere der Bürgerschützen wurden noch direkter damit konfrontiert.

Drensteinfurt - Auf einer Junggesellenabschiedsfeier am Freitagabend hörten sie von Philipp Kramer, der jetzt in Hagen wohnt, aus erster Hand von den katastrophalen Zuständen. Der gebürtige Drensteinfurter ist zwar selbst nicht betroffen, hat das Wasser aber bis 300 Meter vor seinem Haus stehen.

Spontan entschlossen sich die Fahnenoffiziere zu einem Spendenaufruf im Freundeskreis. „Wir dachten an einen oder zwei Anhänger voller Hilfsgüter“, berichtet Holger Notz. Was sie nicht wussten: Die am Freitagabend geschriebene Whatsapp-Nachricht wurde vielfach geteilt. Bereits am Samstagmorgen um 7 Uhr habe er einen ersten Anruf auf sein Handy bekommen. „Viele Menschen wollten spenden“, erklärt Notz. Nicht nur aus Drensteinfurt, auch aus Ahlen, Münster, Oelde und Sendenhorst seien die Leute gekommen. „Die Menschen wollen sofort spenden und sie möchten sicher sein, dass die Sachen dort auch ankommen. In anderen Orten müssen die Spendenaktionen erst von langer Hand geplant werden. Wir planen nicht lange, wir handeln“, erklärt Notz.

„La Piccola“ stellt großen Saal zur Verfügung

Zum Glück stellte Ramiz Al-Sakli, Pächter der Pizzeria „La Piccola“, den Schützen den großen Saal und eine Doppelgarage zur Verfügung. Angesichts der großen Menge gespendeter Dinge sahen sich die involvierten Mitglieder der Fahne, zu denen neben Holger Notz auch noch Mike Petersen, Marcel Woelke, Christian Notz und Dominik Sommer gehören, leicht überfordert. Kurzerhand starteten sie einen weiteren Hilferuf per Whatsapp, dieses Mal wurden Helfer gesucht und nach kurzer Zeit gefunden.

Bis zum Abend sortierten die nun 30 Helfer die vielen Sachspenden, packten sie in Kisten, die von der Firma Kochstar gespendet wurden. Damit das Geschirr auch heile ankommt, brachte Theo Homann vom Markt 1 Verpackungsmaterial und Klebeband vorbei. Die gepackten Kisten deponierten die Helfer in den beiden Garagen. Es kam auch vor, dass Spender nicht nur Sachen vorbeigebracht hätten, sondern auch noch spontan beim Sortieren halfen.

Sogar neue Dinge werden gespendet

„Wir sind überwältigt“, berichtet Notz. Die Menschen hätten fast ausnahmslos gute und brauchbare, oft sogar neue Dinge gespendet – Lebensmittel, Kleidung, Spielsachen, Kinderbetten, Haushaltswaren und Hygieneartikel. „Einige wollen sogar Möbel spenden“, teilt Notz mit. Noch weiß man nicht ob und wann diese gebraucht werden. „Wir haben uns die Adressen notiert und melden uns bei Bedarf“, fügt er an. Besonders rührend seien die Kinder gewesen, die von ihrem Spielzeug etwas für die Kinder abgegeben hätten, die jetzt gar nichts mehr haben.

Am Sonntagabend waren so viele Kisten gepackt, dass an den Transport mit dem Anhänger nicht mehr zu denken war. Dominik Kunz erklärte sich spontan bereit, einen Sattelschlepper seiner Firma AKL Spedition zur Verfügung zu stellen. Vorläufig, so berichtet Holger Notz, werden die Kisten hier in Drensteinfurt gelagert. „Die Sammelstellen der Feuerwehr vor Ort sind überfüllt, und logistisch im Moment überfordert“, erklärt er.

Der Bedarf sei da und er sei groß. Sobald die Feuerwehr die Lage im Griff habe, werden die Spenden rübergebracht. „Bis dahin dürfen wir Saal und Garage hier nutzen, da haben wir keinen Zeitdruck“, informiert der 34-Jährige dankbar. Dank der guten Vorsortierung habe die Feuerwehr in Hagen, die die Verteilung übernimmt, es leichter. Die Fahnenoffiziere sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Mike Petersen bringt es auf den Punkt: „Wenn es drauf ankommt, dann halten die Stewwerter zusammen.“

15.000 Euro bei Spendenaktion in Rinkerode

Über 15.000 Euro sind bislang in Rinkerode bei einer Spendenaktion für die Hochwasseropfer zusammengekommen. An vier Ständen – vor dem Raiffeisenmarkt, der Apotheke, der Post und dem K+K-Markt in Rinkerode – hatten die Organisatoren um Britta Uhlenbrock am Samstag um Spenden gebeten. „Kein Menschen hat Münzen gegeben, alle haben Scheine gespendet“, so Uhlenbrock dankbar. Und die Spendeflut ebbt noch nicht ab. Die Kontoverbindung des Spendenkontos kann bei ihr direkt erfragt werden unter Telefon 01 60 / 90 21 23 26 oder per E-Mail an britta.uhlenbrock @gmx.de. Mit im Boot waren die Freiwillige Feuerwehr, der Sportverein Rinkerode, die Avantgarde und das Familienzentrum St. Pankratius. „Hier zeigt sich, wie toll die Dorfgemeinschaft in Rinkerode funktioniert“, sagt Uhlenbrock überwältigt. War doch die Aktion innerhalb von 24 Stunden auf die Beine gestellt worden. Die gesamte Spendesumme wird an die „Aktion Deutschland hilft“ überwiesen. „Die wissen, wo die Not am größen ist und können unseren Betrag zentral verteilen“, so Uhlenbrock.

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