Gefährdete Tierarten im neuen Baugebiet Mondscheinweg 

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Vögel, Fledermäuse und Insekten leben im Baugebiet - manche von ihnen gelten als gefährdet.

Drensteinfurt – Im neu geplanten Baugebiet sollen bis zu 400 Wohneinheiten entstehen. Doch noch leben dort gefährdete Vogelarten.

16,7 Hektar groß ist das geplante Baugebiet Mondscheinweg, 10,7 Hektar davon ist reines Bauland. Hier sollen rund 177 Einfamilien- und Doppelhäuser und Hausgruppeneinheiten sowie 15 Mehrfamilienhäuser entstehen. Insgesamt werden dort 270 bis 400 Wohneinheiten Platz finden.

Geplant ist weiterhin, einen Kreisverkehr im Kreuzungsbereich Konrad-Adenauer-Straße/Schützenstraße und einen Kindergarten zu bauen. Am Montagabend stand der neue Entwurf, in dem sämtliche Änderungen aus den Anregungen aus der Offenlegung Berücksichtigung fanden, auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

Mit vier Gegenstimmen (die Grünen) bestätigte der Bauausschuss am Ende den vorläufigen Bebauungsplan „Mondscheinweg“, der jetzt ein weiteres Mal für einen Monat zur Einsicht offensteht.

Im Westen Drensteinfurts soll das neue Baugebiet Mondscheinweg entstehen.

Diplom-Ingenieur Roger Loh vom Planungsbüro Tischmann Loh in Rheda-Wiedenbrück stellte am Montagabend seinen in Abstimmung mit der Verwaltung erstellten detaillierten und vorläufigen Entwurf des Baugebietes Mondscheinweg dem Bauausschuss vor. „Wir reden über einen Angebotsplan in Unwissenheit des konkreten Objektes“, stellte der Städteplaner zuvor klar.

Tatsächlich fand sein Entwurf großes Gefallen bei den anwesenden Ausschussmitgliedern. Ziel sei, so versicherte Loh, die innerstädtischen Wohnfunktionen mit unterschiedlichen Wohn- und Hausformen zu stärken.

Ein Heim für alle

Rund zwei Drittel sollen mit Einfamilien- und Doppelhäusern klassisch bebaut werden und ein Drittel als verdichtete Bauform in Form von Hausgruppen und Mehrfamilienhäusern.

Geplant sind ebenso Häuser mit Satteldach oder Walmdach als auch etliche Häuser mit Flachdach, da besonders die Bungalow-Bauweise hinsichtlich ebenerdigen Wohnens besonders gefragt sei. Des Weiteren sieht der Plan einen Platz für einen neuen Kindergarten vor.

Heimat bedrohte Tierarten

Ein faunistisches Gutachten des Diplom-Geographen Michael Schwartze ergab, dass auf der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche des zukünftigen Baugebietes 23 verschiedene Vogelarten zuhause sind. Unter anderem die Waldohreule und der Feldsperling, die als gefährdet gelten, und der bedrohte Turmfalke.

Die Artenschutzprüfung der Diplom-Biologin Shirley Wendt aus Datteln bestätigte mittels eines Ultraschalldetektors drei dort ansässige Fledermausarten. Neben der Zwergfledermaus sichtete sie die Breitflügelfledermaus und den Großen Abendsegler. Aus diesem Grund empfahl die Biologin, die vorhandene Gehölzreihe zwischen Wirtschaftsweg und Viehfeldgraben an der südlichen Flächengrenze auf jeden Fall zu erhalten, um die Funktionssicherung der Flugstraße der Fledermäuse zu gewährleisten.

Ebenfalls legte sie insektenfreundliche Leuchtmittel nahe und eine neu angepflanzte Hecke aus einheimischen Gehölzen entlang der künftigen Grenzlinie zwischen Altbebauung und neuem Wohngebiet mit einer Höhe von mindestens drei Metern. Diesen Vorschlag verwirklichte das Planungsbüro in seinem Entwurf mit einer acht Meter breiten Fläche für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft, sowie einer Hecke im Süden und einem Gehölzstreifen im Norden.

Fahrradweg bleibt erhalten

An der Konrad-Adenauer-Straße soll ebenfalls eine Hecke städtebaulich und dem Artenschutz entsprechend gepflanzt werden. Der zuvor vorgesehene Grünstreifen von 4200 Quadratmetern wurde verkleinert, da eine so große Fläche auch entsprechend gepflegt werden muss. Dadurch konnte Wohnraum für etwa 32 Personen gewonnen werden. Im Westen entsteht ein Regenrückhaltebecken. Der bisherige Radweg entlang der Konrad-Adenauer-Straße soll nach den Planungen erhalten bleiben.

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